Sportflieger war am Kassel Airport gestartet - Ursache bislang ungeklärt

Flugzeug bei Kleinalmerode abgestürzt - Pilot tot aufgefunden

Nieste/Kleinalmerode. Ein Sportflugzeug hebt in Calden mit Ziel Sömmerda/Thüringen ab. Dort kommt die Maschine aber nie an. Später ist klar: Der Pilot überlebte den Absturz nicht.

Kurzclip von der Suchaktion

Das Kleinflugzeug war am Morgen gegen 9 Uhr vom Kassel Airport Richtung Sömmerda gestartet, wie eine Flughafensprecherin sagte. Nach etwa 15 Minuten Flugzeit stürzte der Flieger im Bereich zwischen Nieste und Kleinalmerode ab - das teilte die Polizei am Abend mitteilte.

Nach Zeugenhinweisen starteten Polizei und Feuerwehr am Freitagvormittag etwa eine Stunde nach dem Start der Maschine eine groß angelegte Suchaktion in dem Waldgebiet zwischen Nieste und Kleinalmerode zwischen der hessischen und niedersächsischen Grenze.

Das abgestürzte Sportflugzeug vom Typ Piper PA 28 wurde schließlich gegen 15 Uhr nach stundenlanger Suche zunächst aus der Luft in einem unwegsamen Gelände entdeckt. Fünf Hubschrauber, darunter zwei der Bundeswehr und der Rettungshubschrauber Christoph 7, waren unter anderem mit Wärmebildkameras auf der Suche nach der Absturzstelle. Letztlich wurde das Wrack aber von der Besatzung des hessischen Polizeihubschraubers auf der niedersächsischen Seite gesichtet.

Die Einsatzkräfte, neben Polizei und Feuerwehr war der Katastrophenschutz des Landes Hessen vor Ort, sind danach zu dem Absturzort vorgedrungen. Die Absturzstelle liegt in einem schwer zugänglichen Waldgebiet einige hundert Meter südlich der L563, in dem es dichte Fichtenbestände gibt.

Der Pilot wurde tot aufgefunden. Es soll sich um einen 67-jährigen Mann aus der Nähe von Sömmerda/Thüringen handeln. Fest steht: Der Mann saß allein in der Maschine. Warum die Maschine abstürzte, ist noch ungeklärt. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen haben die Ermittlungen aufgenommen.

Bewohner hörten ungewöhnliche Geräusche

Spaziergänger hatten am Freitagvormittag Motorgeräusche und brechende Äste gehört und die Polizei alarmiert. Einsatzkräfte begannen mit der Suche, um das Wrack in dem 30 Quadratkilometer großen Gebiet am Umschwang so schnell wie möglich zu finden.

Aktualisiert
um 21.20 Uhr

Die Bedingungen für den Einsatz der Wärmekamera waren durch die kalte Umgebung gut. Der Umschwang ist die mit 450 Metern höchste Erhebung zwischen Nieste und Kleinalmerode. In diesem Gebiet liegt auch das Weiland-Denkmal, das an einen Ballonfahrer erinnert, der dort vor über 100 Jahren bei einem Gewitter abgestürzt war.

Parallel zum Hubschraubereinsatz hatte die Polizei alle Waldwege der Umgebung mit einem Geländewagen abgefahren, aber keine näheren Hinweise gefunden. Im Einsatz waren die Polizei Göttingen und die Polizei Nordhessen sowie 100 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren aus den Landkreisen Göttingen, Werra-Meißner und Kassel.

Die Suche nach der Absturzstelle aus der Luft übernahmen der SAR-Suchdienst in Münster, die Leitstelle der Polizei Göttingen, die Fliegerstaffel der Bundespolizei in Fuldatal und die Fliegerstaffel der Hessischen Polizei in Egelsbach. Neben den Maschinen der Bundes- und Landespolizei suchten auch zwei Suchmaschinen der Bundeswehr die Absturzstelle.

Sportflugzeug zwischen Nieste und Kleinalmerode abgestürzt

Laut Polizei ist das Sportflugzeug, das genau um 8.54 Uhr am Flughafen Kassel Airport gestartet war, überfällig gewesen. Laut Flughafensprecherin Natascha Zemmin war der Start reibungslos verlaufen. Das Absturzgebiet gehört nicht mehr zum Kontrollgebiet des Kassel Airports. Sömmerda ist eine Kleinstadt im gleichnamigen Landkreis in Thüringen und liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Erfurt.

Bei der Deutschen Flugsicherung lag zunächst keine Meldung über ein vermisstes Flugzeug vor. Kleinflugzeuge, die nur im Sichtflug unterwegs sind, müssten sich nicht bei der DFS anmelden, sagte eine Sprecherin der DFS. Sie müssten keinen Flugplan vorlegen und tauchten deshalb auch nicht im System der Flugsicherung auf.

Zwischen 9 und 9.30 Uhr herrschte am Umschwang schlechtes Wetter mit Schneefall und Nebel. Zu dieser Zeit ist auch der Funkkontakt zu dem Sportflugzeug abgerissen.

Bereits gegen 9 Uhr hatte Dennis Stakelies aus Kleinalmerode gehört, wie ein Flugzeug unnatürlich heulend und offenbar sehr schnell über den Ort hinwegflog. Starkelies hatte die Polizei informiert und ging anschließend mit Sohn Niklas (14) in der Umgebung joggen, fand aber keine weiteren Hinweise auf einen Absturz. Ein weiterer Zeuge, Olaf Heise (51), der im ehemaligen Forsthaus in Kleinalmeorde wohnt, hatte ebenfalls ein Flugzeug im Sinkflug sowie brechendes Holz gehört. Er vermutete die Absturzstelle an der Nordseite des Umschwangs.

Ein dritter Zeuge hatte beim Morgenspaziergang im Wald oberhalb des Umschwangs einen reflektierenden, metallischen Gegenstand gesehen und die Polizei am frühen Nachmittag auf die Stelle hingewiesen.

Zuletzt war in Nordhessen vor einer Woche ein Segelflugzeug in der Nähe von Sontra abgestürzt, der Pilot wurde leicht verletzt.

Kurzclip: Feuerwehren am Einsatzort eingetroffen

Kurzclip: Leitstelle nach Absturz am Sporthaus Kleinalmerode eingerichtet

Karte: Das Gebiet des Absturzes

Rubriklistenbild: © Thomas Meder

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