Neuer Hausarzt kommt aus Bulgarien

Praxis in Nieste: Dr. Kreisel geht nach 31 Jahren in Rente – Nachfolger steht fest

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Kollegen: Während Michael Schneider (von links), Dr. Stefan Kumpikov und Dr. Mark Merkel sich zukünftig um die Patienten in Nieste kümmern, freuen sich Monika und Dr. Wilfried Kreisel auf den bevorstehenden Ruhestand. 

Nieste. Seit 1986 führt Dr. Wilfried Kreisel seine hausärztliche Praxis an der Kaufunger Straße 26 in Nieste. Nach 31 Jahren als Allgemeinmediziner geht er nun in den Ruhestand.

Am 30. Juni ist sein letzter Arbeitstag. Dann wird die einzige Arztpraxis in Nieste von der Gemeinschaftspraxis Merkel und Schneider, die bereits mit zwei Praxisstandorten in Heiligenrode (seit 1994) und Sandershausen (seit 2007) ansässig sind, übernommen.

Für die Praxis an der Kaufunger Straße konnten der Allgemeinmediziner und Diabetologe Michael Schneider und sein Kollege, der Chirurg Dr. Mark Merkel, den erfahrenen Allgemeinmediziner Dr. Stefan Kumpikov gewinnen, der extra für den Standort Nieste angestellt wird. Außerdem wollen Merkel und Schneider auf den Gebieten Chirurgie und Diabetologie regelmäßige Sprechstunden für die Patienten in Nieste anbieten.

Lange Nachfolgersuche

Als Dr. Kreisel vor etwa fünf Jahren anfing, die Fühler nach einem Nachfolger für seine Praxis auszustrecken, war ihm klar, dass die Nachfolgeregelung schwierig werden würde: „Das ist die Problematik der Landärzte.“ Viele junge Kollegen würden heute eine fachärztliche Ausbildung absolvieren, ins Ausland oder zu Behörden gehen. „Die finanziellen Risiken, die die Selbstständigkeit mit sich bringt, wollen viele nicht eingehen“, erklärt Schneider.

Auch wenn die Versorgung der immer älter werdenden Patienten komplizierter würde, hätten sich mittlerweile die Infrastruktur und der organisierte Notdienst auf dem Land verbessert, betont Kreisel. Er ist froh darüber, dass die Ärzte Schneider und Merkel seine Praxis übernehmen – schon vor drei Jahren hätten die Ärzte ihr Interesse ihm gegenüber bekundet. Dr. Stefan Kumpikov hingegen, der bisher im Medikum Kassel als Allgemeinmediziner tätig war, hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Fünf Absagen hätte er dem Kollegen Schneider erteilt, bevor er zusagte. Mittlerweile ist seine Unsicherheit verflogen und er freut sich auf die neue Herausforderung. „Mit der Praxisübernahme habe ich die Möglichkeit, allein und selbstständig tätig zu sein“, sagt der Mediziner, der vor drei Jahren aus familiären Gründen von Bulgarien nach Deutschland kam. Dennoch ist der 49-Jährige nicht auf sich allein gestellt – seine beiden Kollegen stehen ihm stets mit Rat und Tat zur Seite.

Medizinstudium in Bulgarien

Auch während der Ferienzeit hätte die Anstellung in einer Gemeinschaftspraxis viele Vorteile, erklärt Merkel. So sei auch während des Urlaubs des Arztes die Öffnung der Praxis – zumindest stundenweise – gewährleistet. Kumpikov, der sein Medizinstudium in seiner Heimat Bulgarien absolviert und dort lange als Allgemeinmediziner gearbeitet hat, wohnt derzeit in Kassel. Er könne sich aber auch irgendwann einen Umzug aufs Land vorstellen, sagt er.

Bevor sich Dr. Kreisel und seine Ehefrau Monika, die auch in der Praxis ihres Mannes mitgearbeitet hat, in den Ruhestand verabschieden, werden der Allgemeinmediziner und sein Nachfolger ab dem 29. Mai einen Monat gemeinsam zur Eingewöhnung in Nieste praktizieren.

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