Regen machte Grimmsteig-Wanderern zu schaffen

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Stolz: Ann-Kristin Fruhner (links) und Jennifer Koch nach der 84-Kilometer-Wanderung.

Nieste. Auch das schlechte Wetter konnte 300 Wanderer nicht davon abhalten, den Grimmsteig zu bewältigen. 80 Unentwegte gingen gar die Ultra-Strecke über 84 Kilometer an.

26 Kilometer liegen hinter ihm. Jetzt sind es nur noch 14. Am Versorgungspunkt Nummer acht bei der Freiwilligen Feuerwehr in Wickenrode gönnt sich Werner Zinke eine kurze Verschnaufpause. Der 84-Jährige ging am Wochenende als ältester Teilnehmer bei den Grimmsteig Tagen an den Start, die von der Grimmsteig Touristik, der Wanderschule Nieste, der touristischen Arbeitsgemeinschaft Grimmsteig sowie der Stadt Waldkappel veranstaltet worden waren.

Während sich bereits am Freitagabend rund 80 Wanderer auf die Ultra-Strecke über 84 Kilometer begeben hatten, entschied sich Zinke für die 40 Kilometer Variante. „Das ist eine enorme Herausforderung für mich.“ Als er sich zum letzten Drittel auf machte, kehrten an der Königsalm nach und nach die Ultra-Wanderer zurück. „Der Erste brauchte keine zwölf Stunden“, sagte der Organisationsleiter Horst Hoffmann. Auch Ann-Kristin Fruhner (32) wanderte die ganze Nacht durch.

Auf der Zielgeraden: Die Mitglieder der Walkinggruppe „Schöner Walken“ aus Kassel kamen mit vollen Rucksäcken zurück. Sie lobten das gute Essen entlang des Grimmsteigs. Fotos: C. Hartung

Starker Regen erhöhte den Schwierigkeitsgrad der ohnehin anspruchsvollen Strecke. „Teilweise stand man knietief in den Pfützen“, sagte sie. Auf der Etappe am Hohen Meißner gerieten auch hart gesottene Wanderprofis an ihre Grenzen. „Nur inder Ferne hat man eine Lampe auf der Höhe gesehen“, sagte Kurt Becker. Mit Stirnlampen erhellten sich die Ultra-Wanderer Meter für Meter den Weg, auf dem Boden wiesen Pfeile die Richtung.

Als es wieder hell wurde, gingen auch Werner Zinke und die anderen Teilnehmern der 40 Kilometer Strecke sowie die Staffeln an den Start. So auch Karl-Heinz Krause und seine Freunde vom Tuspo Nieste. Wo man auch hinhörte, lobten die Wanderer die Organisation. „Ich habe noch all mein Essen im Rucksack, weil es an der Strecke so viel gab“, sagte Margret Nientiedt. Nach Neun Stunden und 31 Minuten erschien Werner Zinke auf der Zielgeraden. Unter tosendem Applaus ging er die übrigen Schritte. „Die letzten Kilometer waren nicht mehr schlimm, da hatte ich das Ziel schon vor Augen.“

Von Carolin Hartung

Fotos von der Wanderung

Nonstop-Tour über den 84 Kilometer langen Grimmsteig

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