„Das ist auch eine schöne Kulisse“

Interview: Sänger der Kastelruther Spatzen über Konzert auf der Königs-Alm  

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Sie lassen Herzen höher schlagen: Die Kastelruther Spatzen mit Frontmann Norbert Rier (links).

Nieste / Kastelruth. Am Samstag, 20. September, treten die Kastelruther Spatzen  bei einem Open-Air-Konzert auf der Königs-Alm bei Nieste auf. Über das Gastspiel in der Region, seine besondere Beziehung zu Nieste und die Gründe für den anhaltenden Erfolg der Kastelruther Spatzen sprachen wir mit Frontmann und Sänger Norbert Rier.

Herr Rier, am 20. September treten die Kastelruther Spatzen auf einer Alm auf - und zwar auf einer Alm, die mitten in Nordhessen liegt. Kommen da bei Ihnen heimatliche Gefühle auf?

Norbert Rier:  Ja, selbstverständlich. Bei uns ist es natürlich eine andere Kulisse, mit den gewaltigen Dolomiten im Hintergrund. In Nieste ist das eine andere Art von Alm. Das ist aber auch eine schöne Kulisse. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf den Auftritt.

Nieste ist für Sie ja ohnehin ein vertrauter Ort, den sie seit Langem kennen. Wie kam es dazu? 

Rier:  Wir haben dort viele Fans, es gibt sogar eine Gruppe, und zwar die Niester Spatzen. Darüber hinaus habe ich seit vielen Jahren Freunde und Bekannte dort. Diese Verbindung hat aber nicht so sehr mit der Musik zu tun, sondern mit der Haflingerzucht, die ich zu Hause in Südtirol betreibe. Nach wie vor bin ich ja Landwirt von Beruf.

Wie oft sind Sie in Nieste? 

Rier: Ich bin immer wieder mal da, aber eben meistens inkognito. Auf der Königs-Alm bin ich aber leider noch nicht gewesen.

Das Open-Air-Konzert auf der Königs-Alm ist eine Premiere. Inwieweit unterscheidet sich der Freiluft-Auftritt von einem Konzert im Saal? 

Rier:  Wenn das Wetter mitspielt, gibt es nichts Schöneres, als draußen zu spielen. Man ist da einfach freier als im Saal. Auch für die Besucher ist das etwas ganz Besonderes. Wir spielen immer wieder Open-Air-Konzerte, beispielsweise auf der Loreley.

Aber in diesem Jahr war ja kein Open-Air-Wetter. 

Rier:  Das stimmt. Wenn es kühl und nass ist, dann ist das für die Besucher und uns Musiker nicht einfach. Auch bei uns in Südtirol kann sich niemand daran erinnern, dass es in den vergangenen 50 Jahren einen solchen schlechten Sommer gegeben hat.

Und was ist, wenn es beim Open Air in Nieste auch kühl und nass ist? 

Zur Person: 

Norbert Rier ist Sänger und Frontmann der Kastelruther Spatzen. Der 54-Jährige, der in dem Südtiroler Ort aufwuchs und noch immer dort lebt, ist im Hauptberuf Landwirt und betreibt eine Haflingerzucht. Rier ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Einem breiten Publikum bekannt wurden die bereits 1975 gegründeten Kastelruther Spatzen Anfang der 1990er-Jahre. Seitdem landeten die Stars des volkstümlichen Schlagers einen Hit nach dem anderen. Allein in Deutschland wurden die sieben Musiker bislang mit 26 Goldenen Schallplatten ausgezeichnet. (ket)

Informationen im Netz unter:

www.kastelruther-spatzen.de

Rier:  Eigentlich kann es doch nur besser werden. Wir hoffen jedenfalls auf einen wunderschönen Herbst.

Können Sie sich vorstellen, regelmäßig bei einem Open Air auf der Königs-Alm zu spielen? 

Rier: Ja, natürlich. Wir müssen jetzt mal abwarten, wie das Ganze ankommt. Aber ausgeschlossen ist das sicher nicht.

Auf die Frage nach dem Geheimnis für Ihre Popularität haben Sie in einem HNA-Interview einmal gesagt, sie seien bodenständig geblieben. Aber wie schafft man das, wenn man so viele Jahre ununterbrochen Erfolg hat? 

Rier:  Es gehört jede Menge Glück dazu und natürlich treue Fans. Ich habe mich immer bemüht, ganz normal zu bleiben. Wenn ich nicht mit den Spatzen unterwegs bin, dann betreibe ich meine Landwirtschaft. Es gibt Leute, die behaupten, das würde alles nur für die Presse inszeniert. Aber das stimmt nicht.

Es ist bekannt, dass Sie nicht gern allzu lange von zu Hause fort sind. Nach dem Auftritt auf der Königs-Alm geht’s also gleich zurück nach Kastelruth? 

Rier:  Das Konzert ist an einem Samstag. Da wir sonntags grundsätzlich frei machen, werden wir danach sofort nach Hause fahren - auch wenn das 1000 Kilometer sind. Nachts kommt man ja gut durch. Grundsätzlich spielen wir maximal vier Konzerte hintereinander, dann geht es erst mal wieder zurück nach Südtirol. Von Mammuttourneen halten wir nichts.

Kastelruth hat ungemein von der Bekanntheit der Spatzen profitiert. Wann werden Sie Ehrenbürger? 

Rier:  Vor ein paar Jahren hat man die Kastelruther Spatzen als Gruppe zum Ehrenbürger gemacht. Man ist sich hier schon darüber bewusst, dass wir für den Tourismus in ganz Südtirol von großer Bedeutung sind.

Von Peter Ketteritzsch 

Hintergrund: Konzert am 20. September

Die Kastelruther Spatzen sind der Top-Act des Open Airs auf der Königs-Alm bei Nieste. Sie spielen am Samstag, 20. September, ab 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr - nicht ab 17 Uhr, wie teilweise veröffentlicht wurde. Für die 5000 Besucher auf dem Festivalgelände im Freien gilt freie Platzwahl.

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