Nieste: Schnelles Netz? Fehlanzeige!

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„Erleben, was verbindet“: Dieser Telekom-Werbeslogan scheint nicht für die Anwohner des Niester Baugebietes Valtensbreite zu gelten – zumindest was die schnelle Internet-Funk-Versorgung (LTE) angeht. Nur einen Steinwurf daneben liegt das Baugebiet Über dem Krughofe. Hier macht die LTE-Versorgung keine Probleme.

Nieste. Werbesprüche wie „Willkommen im Netz der Zukunft" kann Thomas Werner aus Nieste schon nicht mehr hören. Seit Februar liegt er mit der Telekom im Clinch.

Werner möchte das schnelle Funk-Internet LTE in Kombination mit dem Kabel-Internet DSL haben. Doch die Telekom gibt es ihm nicht - obwohl sie es technisch könnte.

Werner ist nicht der Einzige im Neubaugebiet Valtensbreite, der sich aktuell mit der Telekom anlegt. LTE möchte auch Andreas Steube nutzen. Er wohnt einige Häuser weiter und hat inzwischen genug von langsamen DSL-Downloads und ruckelnden Videos.

„Der Witz daran ist“, sagt Steube, „dass Nachbarn am Birkenweg im Baugebiet Über dem Krughofe keinen Steinwurf von uns entfernt LTE bekommen. Es sieht fast so aus, als sei das Baugebiet Valtensbreite für die Telekom gar nicht existent.“

Funkmast gleich gegenüber 

Dabei befindet sich ein Sendemast mit LTE-Einheit genau im Wald gegenüber - in Sichtweite. Testhalber hat Steube, der erst kürzlich in die Valtensbreite gezogen ist, seinen alten Router angeschlossen. „Es funktioniert“, sagt Steube. „Ich kann LTE empfangen, aber nicht buchen.“

Bei Werner hat sich inzwischen richtig Frust angestaut. Unzählige Telefonate hat er geführt, E-Mails geschrieben. „Am schlimmsten sind die Standardantworten, die man bekommt. Sie zeugen von totaler Ahnungslosigkeit und Desinteresse am Kunden“, flucht Werner. „Jeder sagt etwas anderes, jeder gibt andere Ratschläge. Das Problem wird aber nicht abgestellt.“

Erst im Mai kam langsam Licht ins Dunkel. In einer Mail vom Vorstand des Serviceteams der Telekom bestätigte sich, was Steube schon vermutet hat. „Nach interner Recherche ist es uns bis dato immer noch nicht gelungen, den Standort Valtensbreite in unsere Systeme zur Buchung von LTE oder Hybridtarif (LTE kombiniert mit DSL) zu pflegen“, heißt es in der Mail. „Auch für uns als Serviceteam des Vorstandes gibt es keine Möglichkeit, telefonisch die entsprechende Fachabteilung zu erreichen. Für uns nicht gerade ideal gelöst, ist aber in unserem Unternehmen so strukturiert.“

Enthaltsamkeit verordnet 

Darüber kann sich inzwischen auch die Gemeinde Nieste nur noch wundern. „Dabei saß die Telekom schon bei der Planung des Baugebietes mit im Boot“, sagt Verwaltungssprecher Helmut Lippert. Damals seien Kupferleitungen für DSL gelegt worden, wohl wissend, dass DSL allein in einigen Jahren dem Standard nicht mehr genügen würde. Vor zwei Jahren dann sei der Mast im Wald gegenüber mit einem LTE-Sender nachgerüstet worden. „Technisch ist alles machbar“, sagt Lippert, „warum die Telekom ihre Kunden mit LTE nicht bedient, ist mir ein Rätsel.“

Und so verordnet die Telekom ihren Kunden nun selbst Enthaltsamkeit, auch wenn das „keine zufriedenstellende Lösung darstellt“, heißt es in der Mail des Serviceteams.

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