Überschwemmungen in Nieste

Starkregen: Supermarkt, Grundschule und Neubaugebiet in Nieste geflutet

Nieste. Starker Regen hat in der Nacht zu Freitag erneut zu Überschwemmungen geführt. Diesmal war vor allem die Gemeinde Nieste betroffen.

Zwar gab es in der Nacht zu Freitag an vielen Stellen der Region volle Keller und überschwemmte Straßen (hier ein Überblick). Aber Nieste ist einer der Orte, die bei Starkregen oft am stärksten betroffen sind.

Zahlreiche Keller standen unter Wasser, die Wassermassen fluteten außerdem den Eingangsbereich des Supermarktes im Ort. Auch die benachbarte Sparkassen-Filiale war betroffen. Dank des Einsatzes der Feuerwehren Nieste, Niestetal und Kaufungen hatte der Supermarkt am Freitag wieder normal geöffnet. Auch in der Grundschule war die Feuerwehr Nieste im Einsatz, weil dort der Keller vollgelaufen war, wie Gemeindebrandinspektor Heiko Schäfer berichtet. „Fünf Kellerräume standen dort unter Wasser“, sagt er. Die Grundschule hat aufgrund der Sommerferien derzeit geschlossen. Einer Reinigungskraft war Freitagmorgen das Wasser im Keller aufgefallen. Sie informierte den Hausmeister Gregor Krein, der in den Sommerferien für die Grundschule zuständig ist.

Auch an der Sporthalle hat der starke Regen Schaden angerichtet: Eine Bleibefestigung des Oberlichtes hat sich gelöst und hat eine undichte Stelle verursacht, weshalb es laut Krein in die Halle geregnet hat. Das Wasser hatte er Freitagmorgen allerdings bereits aufgewischt.

Einige Wohnhäuser hat es hingegen stärker getroffen: Im Neubaugebiet „Valtensbreite“ in Nieste sind Keller vollgelaufen, wie die Anwohner berichten. Eine Familie erzählt, dass sie erst am Sonntag in ihr Haus gezogen sei und Donnerstagnacht den ganzen Keller voller Wasser gehabt habe. „Jetzt muss wahrscheinlich alles wieder raus, denn der gesamte Estrich ist nass“, meint die Anwohnerin. Das Wasser sei sogar durch die Steckdose in den Keller geflossen. Dieses hat die Feuerwehr in der Nacht zu Freitag abgepumpt. Ob die Versicherung für den Schaden aufkommt, ist noch unklar.

Die Feuerwehr pumpt das Wasser aus dem Eingangsbereichs des Supermarktes.

Bei Familie Jordan stand das Wasser knapp unterhalb der Terrassentür. „Der ganze Garten war wie ein Wasserfall“, sagt Sandra Jordan. Weil das Neubaugebiet am Hang liegt und viele der Gärten noch nicht bewachsen sind, ist das Wasser von oben (Entwässerungsgraben und Valtensbreite) nach unten Richtung Akazienweg und Kaufunger Straße geflossen und somit in Keller sowie Gärten. „Der Entwässerungsgraben am Maisfeld hat allerdings gehalten“, sagt ein Anwohner. Vor etwa acht Wochen sei das Wasser aus dem Graben herausgetreten und habe den Birkenweg überflutet. Bürgermeister Edgar Paul plant nun, einen Fünf-Meter-Streifen zwischen Entwässerungsgraben und landwirtschaftlicher Nutzfläche anzulegen, damit der Schlamm beim nächsten Starkregen gebremst wird.

Der Garten der Familie Jordan in Nieste: Das Gelände war bereits vorher unbewachsen und voller Erde, wie Sandra Jordan berichtet. Allerdings sorgte die starke Hanglage des Gartens dafür, dass das Wasser „wie ein Wasserfall“ vor die Terrassentür floss. 

Das sagt die Feuerwehr: Erster Notruf kam um 22.30 Uhr

„Wir haben alles wieder im Griff“, fasste Gemeindebrandinspektor Heiko Schäfer die Lage am Freitagvormittag zusammen. Knapp 70 Kameraden der Feuerwehren Nieste, Niestetal und Kaufungen waren in der Nacht zu Freitag im Einsatz, um acht Keller und den Eingangsbereich des Nahversorgungszentrums auszupumpen. „Der erste Notruf kam um 22.30 Uhr, mit den letzten Nachbereitungen waren wir gegen 3.30 Uhr fertig“, sagte Schäfer, der in der Nacht die Einsätze geleitet hat. Seit Freitagmorgen ab 8 Uhr liefen die Aufräumarbeiten, unter anderem musste Splitt und Kies von den Straßen entfernt werden. Über die Höhe der Schäden, die durch die Überflutung entstanden sind, lässt sich laut Schäfer zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Das sagt der Bürgermeister: Schadenshöhe ist noch nicht bekannt

„Zum Glück ist die Nieste nicht übergeschwappt“ sagte Edgar Paul, Bürgermeister des 2000-Einwohner-Ortes, am Freitagnachmittag hörbar erleichtert. Der Regen sei am Donnerstagabend in einer solchen Konzentration heruntergekommen, dass „die Gully-Deckel hochgedrückt wurden, denn der Rückstau des Wassers war zu groß“. Am Montag werden laut Paul die Gräben an der Kreisstraße 6 in Richtung Königsalm ausgebaggert, dort haben sich nach dem Unwetter Geröll, Schotter und Kies gesammelt. Auch der SPD-Politiker kann noch keine Angaben zur Schadenshöhe machen: „Zwei Unterführungen auf Feldwegen müssen erneuert werden, aber die Kosten dafür sind überschaubar“.

Rubriklistenbild: © Lara Thiele

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