Stürmisches Wetter: Mammutbäume Niester Riesen trotzen Wind

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Groß und standfest: Die Mammutbäume bei Nieste sind gut 200 Jahre alt und besonders tief im Boden verwurzelt. Zudem ist der Standort in einer Senke und damit windgeschützt.

Nieste. 1000 Jahre alt war der Mammutbaum, den ein Sturm jetzt im amerikanischen Kalifornien gefällt hat (HNA berichtete).

Ganz so alt sind die Niester Riesen noch nicht, sie werden auf maximal 200 Jahre geschätzt. Und unter anderem das „jugendliche Alter“ ist es auch, dass die hiesigen Mammutbäume vor Stürmen schützt.

Im Gebiet des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald stehen die Ries1en, die zwischen 35 und 40 Meter hoch sind. Stürme könnten ihnen jedoch nichts anhaben, sagt Forstamtsrat Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Zweckverbands Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. „Sie stehen günstig im Windschatten“, sagt er. Das stürmische Wetter der vergangenen Wochen sei für die riesigen Bäume „ein Lüftchen“. Auch Kyrill vor zehn Jahren hätten sie unbeschadet überstanden. Außerdem komme der Wind meist aus Süd-West und wehe über den Gerholdsberg. Die Mammutbäume würden in einer Senke stehen. Das sei ein Vorteil.

Regelmäßige Kontrolle

Marco Lenarduzzi

Große Küstentanne, Kanadische Hemlocktanne, Mammutbaum & Co. seien außerdem tiefwurzelnde Bäume, sie sind also besser und fester im Waldboden „verankert“ als Exemplare, die flach wurzeln. Ein weiterer Schutz vor Stürmen: Die Niester Riesen sind jeweils gut 200 Jahre alt und damit noch recht jung. „Sie sind sehr vital“, sagt Experte Lenarduzzi.

Die Bäume sind Naturdenkmäler und werden deshalb unter anderem vom Landkreis Kassel regelmäßig kontrolliert. Auch Mitarbeiter des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald nehmen die Bäume jedes Jahr einmal unter die Lupe. Mit „geübtem Blick“ werden die Riesen inspiziert, sagt Marco Lenarduzzi. Bohrungen oder Sonaruntersuchungen würden nicht gemacht, das sei nicht nötig. Dagegen würden die Kronen vom Boden aus angeschaut, denn die würden anhand ihrer Farbe und Dichte Auskunft darüber geben, wie gesund die Bäume sind.

Problematischer als starke Winde seien für Bäume dieser Größe eher Blitzeinschläge, sagt der Forstamtsrat. Bislang sei das aber wohl nicht passiert.

Insgesamt sei die Baumgruppe einer der Höhepunkte für Wanderer in der Region. Der Premiumwanderweg P11 sei „sehr gut besucht“. Das bestätigt Helmut Lippert, Chef der Grimmsteig-Touristik. Der Wanderweg „gehört zu den am meisten begangenen Wegen rund um die Königsalm“. Um die Bäume vor dem Besucheransturm zu schützen und um zu verhindern, dass die Rinde angeritzt oder anderweitig beschädigt wird, stehen Holzgeländer um die einzelnen Bäume. Sie sollen demnächst auch erneuert werden, kündigt der Geschäftsführer an.

Info: Mammutbäume in den USA können mehr als 100 Meter hoch werden. Dort ist die Konkurrenz groß, sagt Marco Lenarduzzi. Alle würden näher an die Sonne wollen und deshalb ständig weiter wachsen. Die Niester Riesen würden allerdings nicht so groß werden, weil sie bereits jetzt größer als die umliegenden Bäume seien.

Allzu sehr werden sie auch in Zukunft nicht mehr wachsen, vermutet Lenarduzzi. Dafür würden sie aber breiter und damit auch noch stabiler werden.

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