Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus – Viele Einwohner ließen sich informieren

Nieste setzt auf Windkraft

Großes Interesse an kommunalpolitischen Themen: Viele Bürger aus Nieste informierten sich am Montag im Dorfgemeinschaftshaus über das aktuelle Geschehen in ihrer Gemeinde. Fotos: Wohlgehagen

Nieste. Die Gemeinde Nieste will in ihrem Flächennutzungsplan Flächen für Windkraftanlagen ausweisen, um auf mögliche Projekte vorbereitet zu sein. Das hat Bürgermeister Edgar Paul (SPD) in einer Bürgerversammlung angekündigt.

„Wenn die Gemeinde Kaufungen den Willen hätte, auf ihren Flächen an der Kreisstraße 4 Windräder aufzustellen, wäre Nieste in die Baugenehmigung einbezogen“, sagte Edgar Paul. Das Parlament werde schon im Juni über einen Prüfauftrag befinden, wo die Gemeinde auf ihrem Gebiet Windkraftanlagen zulassen wolle, sagte der Verwaltungschef. Infrage kommen auch mögliche Vorhaben des Landes Hessen in Richtung Niestetal oder Windkraftanlagen auf dem Gelände des Landkreises am Sensenstein. „Untersucht werden soll schließlich auch, ob wir selbst in Sachen Windkraft tätig werden sollen“, sagte der Bürgermeister.

Der Verwaltungschef informierte auch über Verhandlungen mit Investoren, die in Nieste einen Lebensmittelmarkt errichten wollen. Die Gemeinde verfüge über einen großen Einzugsbereich und sei deshalb als Standort für einen Markt mit einem Vollsortiment von bis zu 25 000 Artikeln interessant.

Mit den Investoren werde über einen Neubau auf dem Areal der leer stehenden Gaststätte Ketzer verhandelt. Die sei als Gewerbebetrieb nicht mehr veräußerbar, sagte der Verwaltungschef. Man spreche über eine „große Lösung“ mit Lebensmittelmarkt, Bäckerei, Blumengeschäft und einer ausreichenden Zahl von Pkw-Stellplätzen. Weil die Bausubstanz denkmalgeschützt sei, dürfe ein Neubau „kein ortsschädigendes Bild“ haben, sagte Paul.

Eine schriftlich an die Gemeinde gerichtete Anfrage eines Bürgers zum Stand der Verkaufsbemühungen der früheren Pension „Sonnenhang“ wurde in der Öffentlichkeit nicht behandelt. Während der gut besuchten Versammlung wollte Bürger Dr. Dietrich Hoffmann (66) wissen, was die Gemeinde zur Erhaltung der Bausubstanz an dem von ihr erworbenen Gästehaus tue. Bürgermeister Edgar Paul räumte Schäden am Gebäude ein, die jedoch auf Baufehler zurückgingen. Zunächst müssten die zum Teil noch bewohnten Räume freigemacht werden, sagte der Verwaltungschef, der die Bürgerschaft auch über die Ziele der mit neuen Kaufinteressenten geführten Verhandlungen informierte. (ppw)

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