Gebietstausch mit Staufenberg: Staatsverträge wurden übergeben – 14,4 Hektar wechselten die Seiten

Niester Sportplatz liegt jetzt in Hessen

Feierliche Übergabe der Staatsverträge: Am historischen Grenzstein, der die bisherige Landesgrenze markierte, stehen (von links) Ministerialdirigent Hans-Hermann Gutzmer, die Bürgermeister Volker Zimmermann (Staufenberg) und Edgar Paul (Nieste) sowie der stellvertretende hessische Regierungssprecher, Rainer Kling. Foto: Wohlgehagen

Nieste/Staufenberg. Mit der Übergabe der zwischen Hessen und Niedersachsen geschlossenen Staatsverträge ist gestern der seit vielen Jahren angestrebte Gebietsaustausch zwischen der Gemeinde Nieste und seiner niedersächsischen Nachbargemeinde Staufenberg endgültig vollzogen worden.

Der stellvertretende Sprecher der hessischen Landesregierung, Rainer Kling, und Ministerialdirigent Hans-Hermann Gutzmer vom niedersächsischen Innenministerium waren nach Nieste gereist, um die Urkunden über die neue Landesgrenze an die Bürgermeister der beiden Gemeinden zu überreichen.

Der von zahlreichen Politikern aus der Region und mehreren Fernsehteams begleitete feierliche Vollzug der Grenzbereinigung fand vor einem historischen Grenzstein an der Tennissportanlage statt. „Dieser lang ersehnte Tag hat uns einiges abverlangt“, sagte Bürgermeister Edgar Paul (SPD), der seinem Kollegen Volker Zimmermann (CDU) für die seit 2005 in gut nachbarschaftlicher Atmosphäre geführten Gespräche dankte. Die Grenzbereinigung sieht vor, dass die beiden Bundesländer exakt 144 720 Quadratmeter an Flächen tauschen. Bürger oder Eigentumsverhältnisse sind nicht betroffen.

Die Verhandlungen zur Änderung der Landesgrenze waren von Edgar Paul angestoßen worden, weil die Grenzlage dazu geführt hatte, dass die Gemeinde Nieste für die Errichtung öffentlicher Anlagen auch niedersächsisches Gebiet in Anspruch nehmen musste.

Betroffen von dem Zuständigkeitsgewirr waren die Sportanlagen, die Kreissporthalle und ein Regenrückhaltebecken, die jetzt auf hessischem Gebiet liegen. Auch eine Grillhütte für die Niester Vereine lag auf niedersächsischem Terrain. Niedersachsen ist durch die Grenzbereinigung um eine 10 Hektar große Waldfläche und einige Felder reicher geworden.

„Was jetzt passiert ist, haben wir unserem Bürgermeister zu verdanken“, sagte der 85-jährige Gustav Krumme, der zu den ersten Gratulanten aus Nieste gehörte. Gustav Krumme, der zu den Gründern des Heimat- und Verkehrsvereins gehört, freut sich darüber, dass bei den Veranstaltungen künftig keine Genehmigungen mehr in Landwehrhagen eingeholt werden müssen. KOMMENTAR

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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