Ausbau verzögert sich noch einmal

Allee ade: Für Sanierung einer Landstraße sollen 70 Bäume gefällt werden

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Sollen gefällt werden: Rund 70 Bäume, hauptsächlich alte Eschen und Ahornbäume, sollen im Namen des Grundwasserschutzes entlang der Landstraße zwischen Sandershausen und der Landesgrenze weichen.  

Niestetal. Die Landstraße zwischen Sandershausen und Landwehrhagen ist seit Jahren marode. Nun soll sie endlich saniert werden. Dafür werden 70 Bäume gefällt. Kritiker fragen: Muss das sein?

70 Alleebäume sollen im Zuge der Sanierung der maroden Landstraße L562 zwischen Sandershausen und der Landesgrenze zu Niedersachsen gefällt werden. Das bestätigt Hessen Mobil auf HNA-Anfrage. Damit wird faktisch die komplette Allee entlang des rund 2,6 Kilometer langen Straßenabschnitts verschwinden. Bei den Bäumen handelt es sich in erster Linie um alte Eschen und Ahorne.

Die Bäume stünden zum Teil direkt auf der Bankette und damit zu dicht an der Straße, sagt Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus. Weil die Strecke innerhalb eines Wasserschutzgebietes liege, müsse Platz geschaffen werden für den Bau von Leitplanken. „Das sieht die Straßenbaurichtlinie für Strecken in Wasserschutzgebieten vor“, erklärt Sinemus. Damit soll vermieden werden, dass bei Unfällen Autos und Lastwagen von der Straße abkommen und womöglich auf freiem Feld giftige Ladung (Chemikalien) oder Betriebsstoffe wie Kraftstoff verlieren. „Für die Baumfällungen ist jedoch ein Ausgleich geplant“, sagt Sinemus. Ob in Form einer neu gepflanzten Allee, sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.

Zudem verschiebt sich die Sanierung der Landstraße noch einmal um etwa ein halbes Jahr. Zwar wird Hessen Mobil noch in diesem Herbst bis etwa Ende Oktober als bauvorbereitende Maßnahme die notwendige Kampfmittelsondierung entlang der Strecke vornehmen. „Doch mit den Bauarbeiten werden wir erst im kommenden Jahr beginnen“, sagt Sinemus.

Dauerthema Holperpiste: Schon seit Jahren ist der Unterschied in Sachen Straßenqualität auf niedersächsischer Seite und hessischer Seite deutlich zu erkennen.

Grund für die Verzögerung ist nach Angaben der Landesbehörde ein erhöhter Planungsaufwand wegen zusätzlicher baulicher Wünsche seitens der Gemeinde Niestetal. Dabei geht es um den Bau eines Fahrbahnteilers auf der Hannoverschen Straße in Höhe der Ellenbachstraße und der Waldstraße mitsamt zweier Buswartehäuschen auf beiden Seiten der Straße.

„Weil diese Wünsche planerisch und baurechtlich zunächst in die bestehenden Pläne eingearbeitet werden müssen, kommt es zu Verzögerungen“, sagt Sinemus. Zudem stünde dann schon der Winter vor der Tür, „wo es unüblich ist, mit Straßensanierungen dieser Größenordnung zu beginnen“. Tatsächlich war schon bei der Gemeindevertretersitzung am 21. Juni einstimmig der Bau von zwei Buswartehäuschen sowie eines Fahrbahnteilers beschlossen worden. „Damit soll einerseits die Fußgängersicherheit bei der Überquerung der Hannoverschen Straße erhöht werden. Zum anderen geht es um die Schaffung eines adäquaten Witterungsschutzes für Wartende an den Bushaltestellen direkt am Ortsausgang“, sagt Sandra Fleck vom Ordnungsamt der Gemeinde Niestetal. Mit der Planung dieser Maßnahmen sei Hessen Mobil beauftragt worden.

Sanierung immer wieder verschoben

Ursprünglich hatte die Sanierung des rund 2,6 Kilometer langen Abschnitts auf der L562 schon im September beginnen sollen. Doch auch dieser Termin war schon einige Male nach hinten verschoben worden – zuletzt 2016, als schon 480.000 Euro als Anlaufrate in den Straßenbau-Haushalt eingestellt worden waren. Im Prinzip hätte damals schon mit der Sanierung begonnen werden können, was dann aber nicht möglich war, weil die L562 in diesem Bereich in einem Wasserschutzgebiet liegt.

So sieht die Sanierung der Straße jetzt vor, den Abfluss von Oberflächenwasser, der bislang oberirdisch über die Straßengräben erfolgte, künftig unterirdisch über Kanalrohre zu organisieren. Damit soll das Eindringen von Straßenschmutz ins Grundwasser vermieden werden.

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