In Berlin werden Autobahn-Großprojekte vorgestellt

A7: Bald acht Streifen bei Niestetal?

Als Engpass im deutschen Autobahnnetz identifiziert: Im Bundesverkehrswegeplan wird eine Erweiterung der Autobahn 7 zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und der Landesgrenze zu Niedersachsen erwogen. Unser Foto zeigt die Gefällstrecke am Sandershäuser Berg bei Niestetal, links ist die SMA-Solarfabrik zu sehen. Foto: Ketteritzsch

Niestetal. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will am Monatg in Berlin zahlreiche Großprojekte für Autobahnen vorstellen. Ob das Vorhaben am Sandershäuser Berg dabei ist, steht derzeit noch nicht fest.

Für die sechs Kilometer lange Strecke zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und dem Südkreuz Kassel ist der Ausbau bereits beschlossene Sache. Weil nach der Fertigstellung der A44 im Lossetal den Prognosen von Hessen Mobil zufolge dort täglich bis zu 110.000 Fahrzeuge rollen werden, wird die Autobahn 7 in beiden Richtungen von derzeit drei auf vier Fahrstreifen erweitert.

Als Termin für den Abschluss des achtstreifigen Ausbaus sind die Jahre 2020/21 angepeilt. Begonnen wird mit dem Ausbau, sobald die riesigen Lärmschutzwände in Höhe von Lohfelden fertig sind.

Möglicherweise wird die viel befahrene Nord-Süd-Verbindung aber auch im weiteren Verlauf um zusätzliche Fahrstreifen ergänzt. Im Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2015 ist eine Erweiterung der Fahrstreifen zwischen Kassel-Ost und der Landesgrenze zu Niedersachsen vorgesehen. Auf der Liste der ins Auge gefassten Projekte sind für diesen Autobahnabschnitt „acht bis zehn Fahrstreifen“ vorgesehen.

Auf HNA-Anfrage bestätigte Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, jedenfalls die Angaben, die auch auf der Homepage des Bundesverkehrsministeriums im Internet unter www.bmvi.de veröffentlicht sind. Heute verfügt die A 7 am Sandershäuser Berg bei Niestetal in beiden Richtungen über drei Fahrstreifen plus Standstreifen.

Erst vor wenigen Jahren war die schnurgerade Gefällstrecke in Sichtweite der SMA-Solarfabrik aufwendig erneuert worden.

Weil es in der Nähe der 1937 fertiggestellten Autobahn Kassel-Göttingen im Zweiten Weltkrieg eine Flugabwehrstellung gab, wurden die Fernstraße selbst und das angrenzende Areal auf Kampfmittel untersucht. Am Ende dauerte die im Frühjahr 2012 abgeschlossene Sanierung fast ein Jahr.

Akut müssen die Verkehrsteilnehmer laut Hessen-Mobil-Sprecher Sinemus keine langwierigen Behinderungen wegen eines Ausbaus fürchten. Der Bund habe bislang lediglich festgestellt, dass ein Ausbau des Abschnitts grundsätzlich notwendig sei, sagte Sinemus. In einer Analyse sei die Strecke als Engpass identifiziert worden.

Einstufung offen 

Wie dringlich der Ausbau eingestuft wird, sei noch nicht klar. Das Ministerium unterscheidet zwischen „vordringlichem Bedarf“ und „erweitertem Bedarf“. Noch völlig offen ist auch, ob die Fahrstreifen auf den bestehenden Fahrbahnen lediglich schmaler ausfallen werden oder die Autobahn verbreitert wird.

Im Fall des A 7-Abschnitts zwischen Kassel-Ost und dem Kreuz Kassel-Mitte haben sich die Straßenbauer für schmalere Fahrstreifen entschieden. An der Gesamtbreite der Autobahn ändert sich insgesamt nichts.

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