Entlastung bei Sperrungen

Bei Staus auf der A7: Verkehr wird über Sandershäuser Berg geleitet

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Stau auf der A7: Bei schweren Unfällen zwischen Kassel-Nord und Lutterberg kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu chaotischen Verkehrssituationen in Niestetal-Sandershausen. Der Umleitungsverkehr verstopfte oft über viele Stunden die Straßen.  

Niestetal. Bei Staus und Sperrungen auf der A7 werden Fahrzeuge künftig über den Sandershäuser Berg umgeleitet. 

Was waren das für Diskussionen im Rahmen der sogenannten A7-Konferenzen vor gut drei Jahren zum Thema Optimierung der A7-Umleitungsstrecken. Damals schien es schier unmöglich zu sein, eine Lösung wenigstens für Niestetal-Sandershausen in Sachen A7-Umleitungsverkehr zu finden.

Doch jetzt ist sie da: Wie das Regierungspräsidium Kassel mitteilt, wird der A7-Umleitungsverkehr künftig nicht über die Dresdener Straße und die Hannoversche Straße quer durch Sandershausen geführt, sondern dann über den Kreisverkehr in Heiligenrode die Hermann-Scheer-Straße hinauf zum SMA-Werk, um dort dann wieder nördlich von Sandershausen auf die Hannoversche Straße in Richtung Lutterberg geführt zu werden – eine enorme Entlastung für die Sandershäuser Anwohner.

Eine alte Idee

Wie Niestetals Bauamtsleiter Peter Lieder sagt, sei diese Idee schon vor langer Zeit seitens der Verwaltung erdacht und vor den zuständigen Behörden vertreten worden. Doch schien eine Umsetzung zunächst nicht so leicht zu sein. Dabei ging es um die Aufnahmekapazität der Straßen ebenso wie um die Frage, ob die Hannoversche Straße (aktuell eine Landesstraße, Baulastträger ist Hessen Mobil) und die Hermann-Scheer-Straße (aktuell eine Gemeindestraße, für die die Gemeinde aufkommt) umgewidmet werden müssen, damit eine Verlagerung des A7-Umleitungsverkehrs rechtlich überhaupt zulässig ist.

Die Umleitungen bei Stau auf der A7. Anklicken zum Vergrößern.

Wie sich jetzt zeigt „wird nach Absprache mit Hessen Mobil eine Umwidmung der Hermann-Scheer-Straße nicht notwendig sein, um dort eine Umleitung einzurichten“, teilt RP-Sprecher Michael Conrad mit.

So sei die Idee einer Bedarfsumleitung über die Hermann-Scheer-Straße östlich der A7 jetzt nicht nur geprüft, sondern auch für gut befunden worden. „Die Anordnung aus dem RP geht demnächst raus“, sagt Conrad. Soll heißen. Schon bald wird Hessen Mobil mit der Ausschilderung der neuen Umleitungsstrecke beginnen. „Sobald wir diese Anordnung vorliegen haben, werden wir damit anfangen“, sagt Hessen Mobil-Sprecherin Rita Flinkmann.

Wichtig dabei: Mit der Verlagerung der A7-Umleitungsstrecke von der westlichen auf die östliche A7-Seite „wird die alte Umleitungsstrecke über die Dresdener und die Hannoversche Straße durch Sandershausen definitiv wegfallen“, bestätigt RP-Sprecher Harald Merz. Sobald also an der Hermann-Scheer-Straße die neuen Umleitungsschilder aufgestellt sind, werden die alten Schilder an der Hannoverschen Straße abgebaut.

Die leidgeplagten Sandershäuser dürfte das mehr als nur freuen. Schon unzählige Male haben sie in den vergangenen Jahren Stau-Chaos in ihrem Ortsteil ertragen müssen.

Langer Weg bis zur Umleitung

Der Brand eines Abschleppwagens auf der A7 zwischen Kassel-Nord und Lutterberg am Montag, 10. August, im Jahr 2015 war einer dieser Unfälle, der zu Verkehrschaos und Dauer-Stau in Sandershausen geführt hatte. 29 Stunden lang mussten Anwohner damals Lärm und Gestank von Tausenden Pkw und Lkw ertragen, die sich die Hannoversche Straße hinauf nach Lutterberg schoben. Kurze Zeit später schon kam es zu den sogenannten A7-Konferenzen. Dazu eingeladen hatte Landrat Uwe Schmidt (SPD). 

Ziel war es, nach praktikablen Lösungen zu suchen, wenn schwere Unfälle auf der A7 zwischen Kassel und Göttingen chaotische Verhältnisse auf den sensiblen Umleitungsstrecken verursacht haben. Nach zwei Konferenzen war das Ergebnis Mitte Dezember 2015 jedoch nüchtern ausgefallen: „Alle beteiligten Institutionen und Kommunen akzeptieren die bisherigen Umleitungsstrecken für die A7 im Großraum Kassel“, ließ das RP Kassel damals verlauten. 

Damit schien auch eine Lösung für Sandershausen vom Tisch zu sein. Doch blieb die Niestetaler Verwaltung am Ball und insistierte immer wieder bei den zuständigen Behörden. Zuletzt führte ein entsprechender Antrag an das RP-Kassel im Frühjahr 2018 zum gewünschten Erfolg. „Die Anwohner in Sandershausen werden aufatmen. Die neue Umleitung wird eine spürbare Erleichterung bringen“, sagt Fachbereichsleiterin Sandra Fleck. 

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