Einsatz von Stauwarnern denkbar

Nach dem schweren A7-Unfall: Geringer Abstand war die Ursache

Lkw wurde gegen Brücke gedrückt: Der 76 Jahre alte Fahrer aus Ahnatal wurde schwer verletzt. Nach der Behandlung durch die Besatzung des Rettungshubschraubers wurde er ins Kranknhaus gebracht. Fotos: Koch

Niestetal / Kassel. Unachtsamkeit und ein zu geringer Abstand der in Kolonne fahrenden Lastwagen – das war laut Polizei die Ursache für einen weiteren schweren Unfall auf der A7, der sich am Mittwochnachmittag am Sandershäuser Berg ereignete.

Aktualisiert um 15.51 Uhr

„Wenn alle umsichtiger fahren würden, dann würden diese Unfälle nicht passieren“, sagte Polizeisprecher Torsten Werner der HNA. Wie bereits kurz berichtet, war gegen 15.30 Uhr ein 43- jähriger Lkw-Fahrer aus Serbien auf einen Lkw aufgefahren, der wegen des Rückstaus vor der A7-Lärmschutz-Baustelle bei Lohfelden gebremst hatte.

Dadurch wurde sein roter Lastwagen in Höhe des Gewerbegebiets gegen eine Brücke geschoben, der 76 Jahre alte Fahrer aus Ahnatal erlitt schwere Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr besteht laut Polizei nicht.

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Der Unfallverursacher, der mit seinem Fahrzeug noch auf einen dritten Lkw prallte, erlitt leichte Verletzungen; der dritte, 44 Jahre alte Fahrer aus Neukirchen blieb unverletzt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft musste der 43-Jährige eine Sicherheitsleistung von 250 Euro zahlen. Alle drei Spuren der A7 in Fahrtrichtung Süden waren für fünfeinhalb Stunden gesperrt. Die Feuerwehr Staufenberg reinigte die Fahrbahn von Diesel und ausgelaufenem Öl.

Die Polizei bezifferte den Schaden auf 163.000 Euro. In dem nachfolgenden Stau blieb ein weiterer Lkw liegen, außerdem gab es dort weitere kleine Auffahrunfälle. Nach zahlreichen Lkw-Auffahrunfällen in der jüngsten Zeit hat die Polizei ihre Präsenz im Umfeld der A7-Lärmschutzbaustelle intensiviert. Die Autobahnpolizei fährt verstärkt Kontrollen in Zivil und mit Streifenwagen. „Wir können nicht jeden Unfall verhindern“, sagte Polizeisprecher Werner, aber die Erfahrung zeige, dass Lkw-Fahrer die Abstände vergrößern, wenn sie einen Streifenwagen sehen.

A7-Unfall bei Kassel: Drei Lastwagen beteiligt

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Schilder mit dem Hinweis auf die Staugefahr sind nicht installiert, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf Anfrage. „Wir haben das aber im Blick.“ Die Unfallsituation werde ausgewertet und mit der Polizei besprochen. Eine Möglichkeit seien auch mobile Stauwarner, die die Autofahrer auf die Gefahr hinweisen.

Die Baustelle solle vor Weihnachten aufgehoben werden, über den Winter stünden die normalen Fahrbahnbreiten zur Verfügung. Auch die Anschlussstelle Kassel-Ost sei dann wieder komplett befahrbar. Ende Februar werde die Baustelle für den Lärmschutz auf der Kasseler Seite eingerichtet. Gebaut werde dann zwischen Lindenkopfbrücke und Kreuz Kassel-Mitte.

Von Holger Schindler

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