Marodes Wichtelbrunnenbad sanieren oder neu bauen?

Alle wollen Bürgerentscheid zum Hallenbad in Niestetal

Standort neben Autobahnbrücke: Direkt neben der A7-Brücke in Sandershausen soll das neue Niestetaler Hallenbad gebaut werden. Foto: Schindler

Niestetal. Für ihren Vorstoß für einen Bürgerentscheid zum Hallenbad-Bau in Niestetal erhält die SPD breite Unterstützung von allen Seiten.

Die Bürger finden die Einbeziehung der Einwohner durch die Bank gut, auch die Oppositionsparteien CDU und Grüne stehen dahinter. Bei der inhaltlichen Frage jedoch, ob man das marode Wichtelbrunnenbad sanieren oder neu bauen sollte, gehen die Meinungen sowohl in der Bevölkerung als auch bei der Opposition auseinander. Nur die DLRG spricht sich ganz klar für den Erhalt eines familienfreundlichen Hallenbads aus. Es sei zur Gesundheitsförderung von Jung und Alt unerlässlich.

Lesen Sie auch:

- Statt Wichtelbrunnenbad: Hallenbad in Niestetal geplant

Für Skepsis sorgen die mit 6 Millionen Euro veranschlagten Kosten für einen Bad-Neubau und vor allem die Verdoppelung der jährlichen Unterhaltskosten von bisher 450.000 auf dann 900.000 Euro. Es könne nicht sein, dass die Gemeinde die Gebührenfreiheit bei der Kinderbetreuung abschaffe und die Grundsteuern erhöhe, um dann durch ein neues Schwimmbad für ein weit höheres Defizit in der Gemeindekasse zu sorgen als bisher, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Erich Schaumburg der HNA.

Der Unionsvertreter fordert vom Gemeindevorstand, umgehend die Planungsunterlagen in die Hand zu bekommen. Zwar seien die Zahlen vergangene Woche in einer interfraktionellen Sitzung vorgestellt worden, allerdings brauche man die Unterlagen, um sich eine seriöse Meinung bilden zu können. Auch die Bürger müssten detailliert informiert werden, sonst sei der Vorstoß der SPD nichts weiter als der Auftakt zum Kommunalwahlkampf in Niestetal, so Schaumburg.

Die Niestetaler Grünen haben nach Auskunft der Fraktionsvorsitzenden Barbara Elsas bisher keine einhellige Haltung zum Hallenbad-Projekt. Problematisch findet Elsas, dass die SPD schon vor dem Bürgerentscheid verkünde, dass sie für einen Bad-Neubau ist. „Das schränkt den Entscheidungsspielraum der Bürger ein“, meint Elsas. Angesichts der harten Sparmaßnahmen der Gemeinde hat sie Probleme, mit einem Hallenbad-Neubau „für 25 Jahre mit lockerer Hand“ das Haushaltsdefizit weiter zu vergrößern. Für Barbara Elsas gibt es neben Sanierung und Neubau eine weitere Option: den Weiterbetrieb des Wichtelbrunnenbads ohne große Sanierung, solange das eben gehe. Und wenn die Gemeinde dann kein Geld habe, dann müsse man es eben ersatzlos schließen.

Ein Wegfall des Hallenbads ist für die DLRG undenkbar. Dann könnten Kinder aus den örtlichen Schulen und Kindergärten keinen Schwimmunterricht mehr erhalten, denn andere Bäder hätten nicht genug Kapazitäten. Mehr als 100 Kinder lernen pro Jahr im Wichtelbrunnenbad schwimmen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.