Es handelt sich um einen Vorführwagen

Allerlei technische Raffinessen: Super-Fahrzeug für die Feuerwehr Niestetal

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Neues Fahrzeug der Feuerwehr Niestetal: Gemeindebrandinspektor Ingolf Aust (großes Bild, von links), Gerätewart Andreas Leck, und Karl-Heinz Popp am neuen HLF 20.

Niestetal. Rund 425.000 Euro hat das neue Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Niestetal gekostet. Das HLF 20 ist ein Vorführwagen – und deshalb mit allerlei technischen Raffinessen ausgestattet.

Damit ist das Fahrzeug eines der modernsten in der Region. Wir stellen einige Besonderheiten vor. Sobald die Wehr alarmiert wird, rückt das neue HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) mit aus. Neun Personen haben insgesamt darin Platz, kommunizieren können sie über Mikrofone und Lautsprecher, die in jedem einzelnen Sitz angebracht sind.

Geht es los, sind immer 1600 Liter Wasser an Bord, der Schaumtank fasst 200 Liter. Unter anderem ebenfalls dabei: ein Hebekissen, das bis zu 20 Tonnen stemmen kann, vier komplette Atemschutzgeräte, ein 3,50 mal 3,50 Meter großes Sprungpolster sowie ein eingebauter Stromerzeuger, der über den Motor des Lkw betrieben wird und sogar tragbar ist.

Schere und Spreizer

Eine Besonderheit des HLF sind Geräte wie Schere und Spreizer. Sie hängen nicht, wie in anderen Wehrfahrzeugen üblich, an Schläuchen, sondern sind akkubetrieben und können deshalb auch über längere Strecken zum Einsatzort getragen werden. Die Schere beispielsweise kann auch Lkw-Blech schneiden. Zur Ausrüstung gehören außerdem Geräte und Werkzeuge wie Kettensäge, Fuchsschwanz, Glassäge und elektrischer Trennschleifer.

Auf dem Dach des Lkw ist ein Wasser- und Schaumwerfer installiert. Bei Großschadenslagen kommt der Werfer zum Einsatz, der 2500 Liter Wasser pro Minute schafft. 60 bis 70 Meter weit kann er das Wasser werfen. Die Steuerung ist ebenfalls auf dem Dach angebracht. Dort findet sich auch ein Lichtmast. Drei Meter hoch kann er ausgefahren werden, acht LED-Scheinwerfer sind an ihm angebracht. Diese können auch punktuell ausgerichtet werden. 

Wasserwerfer, Lichtmast

Mehrere Löschschläuche liegen übereinander in einem sogenannten Magazin. Wird einer unten herausgezogen, fällt der nächste an seine Stelle. Zahlreiche weitere Schläuche sind außerdem am HLF angebracht: Auf einer so genannten Ein-Personen-Haspel, die hinten am Fahrzeug hängt, sind 100 Meter Schlauch aufgerollt. Der Schnellangriffschlauch, der sofort einsatzbereit ist, misst 50 Meter statt nur 30 wie in vielen anderen Löschfahrzeugen. Dieser wickelt sich nach der Benutzung auf Knopfdruck elektrisch wieder auf.

Schlauchmagazin

Am Heck des Fahrzeugs befindet sich ein Bildschirm, über den sämtliche Funktionen des HLF gesteuert werden können. Auf dem Monitor ist der Grundriss des Fahrzeugs zu sehen, angezeigt werden auch die Füllstände von Wasser- und Schaumtank sowie des Kraftstofftanks.

An der Rückseite des Lkws ist auch eine Kamera angebracht, die über Mikrofon und Infrarot verfügt. Wer beispielsweise das Fahrzeug einweisen will, kann direkt dahinter stehen und dem Fahrer Zeichen und mündliche Anweisungen geben. Ebenfalls am Heck angebracht ist eine Fernbedienung zur Steuerung der unterschiedlichsten Funktionen. Sie hängt an einem Kabel, ist aber auch abnehmbar. 

Steuerung

„Wir sind wunschlos glücklich“, sagt Gemeindebrandinspektor Ingolf Aust über das neue Fahrzeug. Zwei Mal waren sie mit dem HLF 20 bereits im Einsatz, außerdem gab es schon eine Angriffsübung.

Info: Wer sich das neue HLF anschauen möchte, hat am Samstag, 4. März, Gelegenheit dazu. Von 13 bis 16 Uhr ist die Wache an der Heiligenröder Straße für Neugierige geöffnet.

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