E. coli

Bakterien im Wasser: Niestetaler Naturerlebnisbad bleibt zu

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Belastetes Badeparadies: Der Niestetaler Naturbadeteich muss vorerst geschlossen bleiben. Grund sind offenbar Wasservögel, die sich im Schilf des Badeteichs aufhalten und dort ins Wasser koten.

Niestetal. Das Naturerlebnisbad in Niestetal bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Grund ist die Verunreinigung des Badeteiches mit Escherichia coli-Bakterien.

„Auch die am vergangenen Freitag entnommene Probe bestätigt einen immer noch deutlich erhöhten Wert“, teilt Werner Nicolaus, Erster Beigeordneter der Gemeinde Niestetal mit.

Verursacher der Verschmutzung des Badewassers mit Darmbakterien sind offenbar Wasservögel, die sich derzeit in größerer Zahl in der sogenannten Regenerationszone des Naturteiches aufhalten. Die Regenerationszone macht etwa ein Drittel der Badeteichgröße aus, ist für Badegäste nicht zugänglich und hat eigentlich eine biologisch-wasserreinigende Funktion.

"Momentan steht aber in diesem Bereich das Schilf sehr hoch – ein ideales Versteck für Wasservögel aller Art“, sagt Nicolaus. Das Problem dabei: „Die Tiere koten ins Wasser, sodass ganz schnell Werte von aktuell 521 KBE Escherichia coli-Bakterien pro 100 Milliliter Badewasser gemessen werden“. Die Messung vom 26. Juli hatte noch einen Wert von 200 KBE pro 100 Milliliter Wasser ergeben. Der Grenzwert liegt bei 100 KBE (KBE bedeutet „koloniebildende Einheiten“).

Sicher ist indessen: „Sämtliche Filter-Anlagen für den Badeteich funktionieren tadellos. Das gereinigte Wasser, das in den Naturteich geleitet wird, ist faktisch unbelastet“, sagt Nicolaus.

Möglichkeiten, die Wasservögel von der Regenerationszone fernzuhalten, müssten erst ausgelotet werden. „Die Tiere zu vertreiben oder zu vergrämen ist natürlich nicht so einfach, weil auch Belange des Vogelschutzes berücksichtigt werden müssen“, sagt Nicolaus. All das müsse erst geprüft werden. Auch mache das Schneiden des Schilfs, das normalerweise immer erst im Herbst oder im Frühjahr erledigt werde, zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn. „Das Schneiden würde im Wasser so viel Schlamm aufwühlen, dass der Teich dann wegen der starken Eintrübung nicht mehr nutzbar wäre. Denn auch das ist ein Parameter für die Wasserqualität“.

So bleibe das Naturerlebnisbad vorerst geschlossen. Vergangenen Montag wurden erneut Proben gezogen, deren Ergebnisse Anfang nächster Woche erwartet werden. Erfreulich sei immerhin, dass die noch Ende Juli gemessenen erhöhten Werte für Pseudomonas-Keime (200 KBE pro 100 Milliliter Badewasser) nun wieder auf Null zurückgegangen seien. Auch mit Blick auf Enterokokken sei alles im grünen Bereich. „Auch hier liegen wir mit 43 KBE noch unter dem Grenzwert von 50 KBE pro 100 Milliliter Badewasser (siehe Information).

Grundsätzlich weist Nicolaus darauf hin, dass für das Niestetaler Naturerlebnisbad (sogenannter Kleinbadeteich) deutlich striktere Grenzwerte für Wasserkontaminationen gelten als für freie Badegewässer wie den Buga-See in Kassel oder den Bühl in Ahnatal. „Daher müssen wir unseren Badeteich für Badegäste schon viel früher schließen als beispielsweise der Buga-See geschlossen werden muss, wenn eine Belastung festgestellt wurde“. Zum Vergleich: Selbst wenn der Buga-See einen Escherichia coli-Wert in Höhe von 500 KBE pro 100 Milliliter Badewasser aufweist, gilt seine Wasserqualität immer noch als „ausgezeichnet“.

Nicolaus erklärt, dass Bakterienvermehrung in Stillgewässern bei sommerlichen Temperaturen völlig normal sei – und eben auch das Vorhandensein von Wasservögeln, wenn entsprechende Regenerationszonen vorgehalten werden müssen. „Wir haben eben ein Naturbad. Insofern sind diese Phänomene normal.“ 

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