Betrüger räumten Konten ab

Konten leergeräumt: Skimming-Fälle in Kassel Niestetal

Kassel/Niestetal. Betrüger haben erneut die EC-Kartendaten von Kunden ausgespäht, die beim Einkaufen in Lebensmittelmärkten an der Kasse mit der EC-Karte bezahlt haben. Deshalb wurde die Polizei jetzt mit Strafanzeigen überschwemmt.

„Ein Kunde hat fast keine Chance, das zu entdecken“, erklärt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Mit kaum wahrnehmbaren elektronischen Geräten, die unauffällig an den EC-Bezahlterminals an den Kassen von drei Lebensmittelmärkten befestigt wurden, haben Betrüger die Daten von vermutlich mehreren hundert EC-Karten samt der PIN-Nummern ausgespäht.

Die Kunden finden plötzlich EC-Barabhebungen an Automaten im Ausland auf ihren Kontoauszügen. Dem Telefonat mit der Bank folgt dann eine Anzeige bei der Polizei.

„Wir werden gerade überschwemmt mit solchen Strafanzeigen“, sagt Jungnitsch. Die Polizei rät Marktbetreibern und Kassenpersonal, die EC-Bezahlterminals wie Bargeld zu behandeln, stets im Auge zu behalten und regelmäßig genau anzuschauen und zu überprüfen.

Die hochmodernen elektronischen Spähgeräte sind inzwischen so klein und unauffällig und die Betrüger so gewieft, dass die Geräte sozusagen im Vorbeigehend an der Kasse unbemerkt an den EC-Terminals befestigt werden. Mit den Daten werden dann an Geldautomaten im Ausland die Konten der ahnungslosen Bankkunden geplündert.

Bei der Kasseler Sparkasse sind bisher 110 Kunden betroffen, sagt Sprecher Michael Krath. Aufgrund von Kundenhinweisen und Sicherheitsmitteilungen der Euro-Kartensysteme GmbH wisse man, dass in Lebensmittelmärkten Kartenterminals manipuliert und die Kundendaten ausgelesen worden seien.

Giro-Karten gesperrt

„Wir haben sofort reagiert, indem wir diese Giro-Karten vorsorglich gesperrt und die Kunden informiert haben“, berichtet Krath. Diese Kunden würden umgehend kostenlos neue EC-Karten mit neuen PIN-Nummern bekommen. Wenn Geld durch die kriminellen Machenschaften vom Konto geräumt wurde, ersetze die Sparkasse den Schaden. „Voraussetzung dafür ist eine Anzeige bei der Polizei, die wir den betroffenen Kunden empfehlen“, sagt Krath.

Sein Rat: Regelmäßig die Kontoauszüge überprüfen. Bei Zweifeln an einer Buchung sofort ans Geldinstitut wenden.

Strafanzeigen bei der Polizei sind inzwischen auch zeitsparend Online möglich: www.polizei.hessen.de/onlinewache, dort auf „Strafanzeige erstellen“ klicken. Die Polizei bittet darum, alle Felder des Formulars korrekt auszufüllen.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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