HNA-Reportage

Ein Bild der Verwüstung am Tag nach dem Brand in Niestetal

Niestetal. Am Morgen danach bietet sich am Brandort in Sandershausen ein Bild der Zerstörung: Der Edeka-Getränkemarkt ist eine Ruine, die Autowerkstatt ist vollkommen ausgebrannt.

Geblieben sind verkohlte Reifen, ausgebrannte Motoren, geschmolzene Karosserieteile. Ein schwerer Brandgeruch hängt in der Luft; auf den Parkplätzen liegen schlaffe Feuerwehrschläuche, Pfützen und Schaumberge künden von dem nächtlichen Feuerwehreinsatz.

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Am Mittwochmorgen sind nur noch 20 Feuerwehrleute aus Niestetal vor Ort, darunter Bürgermeister Andreas Siebert, der als aktives Mitglied der Feuerwehr die Presse informiert. Nur eine halbe Stunde Schlaf ist ihm geblieben, wie den vielen anderen Feuerwehrleuten. Sie hatten bei der Alarmierung am Dienstag, 17 Uhr, ihre Arbeitsstätten bei SMA, Daimler und Hackländer verlassen und waren zum Brandort geeilt. Die Anstrengung der vergangenen Nacht ist in ihren Gesichtern zu lesen.

An Silvester 1999 gab es in Niestetal einen vergleichbar großes Feuer, da brannte die Repa-Kunststofffirma, berichtet Gemeindebrandinspektor und Einsatzleiter Ingolf Aust. Drei Kameraden erlitten bei dem jetzigen Großeinsatz Kreislaufzusammenbrüche, ein Feuerwehrmann liegt noch im Krankenhaus. Die Strapazen sind enorm, erläutert Aust und nennt die schwere Atemschutzausrüstung, die hohen Temperaturen bis zu dreistelligen Graden, auf die der Körper mit vermehrtem Adrenalin-Ausstoß reagiere.

Über die Brandursache will man bei der Feuerwehr nicht spekulieren. Merkwürdig ist, dass vor dem Großbrand Büsche und ein Baum auf der anderen Straßenseite in Feuer geraten waren – an einem Apriltag kann da wohl nur Brandstiftung im Spiel gewesen sein, mutmaßen Passanten. Genaueres weiß man noch nicht, die Polizei ermittelt.

Die Zusammenarbeit zwischen den Wehren habe hervorragend geklappt, berichtet die Feuerwehr. Unterstützung gab es von der Jet-Tankstelle, die Kraftstoffe für Generatoren und Eis für die Mannschaften spendierte; und von Edeka, das Getränke und Essen zur Verfügung stellte. Der Bauhof leistete ebenso Unterstützung wie die Heizölfirma Degenhardt, deren riesige Tanks geschützt werden mussten. Kai Emmeluth ließ einen Bagger seiner Baufirma anrücken, der das Dach abhob, um die Löscharbeiten zu erleichtern. Die KVG stellte einen Linienbus zur Verfügung, der die obdachlos gewordenen Familien in der Nacht auf den Sensenstein brachte. Wo sie weiter wohnen können, darum wird sich Andreas Siebert, nun in seiner Funktion als Bürgermeister, jetzt kümmern.

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Rubriklistenbild: © Hessennews.tv

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