Große Mengen Diesel ausgetreten

Busbrand in Niestetal: Passagiere und Fahrer kommen mit Schrecken davon

Niestetal. Ein roter Linienbus des Nordhessischen Verkehrs-Verbunds (NVV) ist am späten Montagabend in Niestetal-Sandershausen in Brand geraten und von den Flammen komplett zerstört worden.

Der 31-jährige Fahrer der Firma Busverkehr Hessen (BVH) reagierte geistesgegenwärtig und brachte sich gemeinsam mit den beiden Fahrgästen, eine Frau aus Kassel und ein Jugendlichern aus Witzenhausen, in Sicherheit. Die Drei blieben unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon.

Das sagt der Bürgermeister

Bei dem Brand am Montagabend wurde nicht nur der Bus zerstört, auch die festinstallierte Radaranlage am Ortsausgang von Sandershausen wurde nach Auskunft von Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) in Mitleidenschaft gezogen - genauer: die in der Fahrbahn eingelassenen Induktionsschleifen. „Das könnte alles hinüber sein“, so Siebert am Dienstag gegenüber der HNA. Experten würden die Schäden nun untersuchen. Außerdem wurde durch das Feuer eine Straßenlaterne zerstört.

Wie Polizeisprecherin Sabine Knöll am Dienstag auf HNA-Anfrage mitteilte, war der Bus der Linie 31 (sie führt vom Platz der Deutschen Einheit in Kassel über das SMA-Werk nach Heiligenrode) gegen 22.25 auf der Steigungsstrecke der Hannoverschen Straße in Richtung Staufenberg-Landwehrhagen unterwegs.

In Höhe des Umspannwerks der EAM am Ortsausgang von Sandershausen geriet der Bus in Brand. Als Ursache vermutet die Polizei einen technischen Defekt. Bereits kurz bevor das Feuer ausbrach und dann schnell den gesamten Bus erfasste, soll es Probleme mit dem Motor gegeben haben.

Gegen halb elf wurde für die Feuerwehren Großalarm ausgelöst: Im Einsatz waren neben den Brandschützern aus Niestetal auch Feuerwehrleute aus Landwehrhagen sowie die Kasseler Berufsfeuerwehr. Um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, setzten die Wehrleute große Mengen Löschschaum ein. Dieser vermischte sich mit Diesel, das Gemisch lief die stark abschüssige Hannoversche Straße hinunter.

Feuerlöscher an Bord ist Pflicht

Busse müssen laut KVG-Sprecherin Heidi Hamdad mit einem Feuerlöscher (Menge: sechs Kilogramm) ausgerüstet sein. Sie müssen gut sichtbar in der Nähe des Fahrers installiert sein, der im Umgang mit dem Löscher geschult sein muss. Per Funk sind die Busse mit der Leitstelle verbunden.

Bei dem Einsatz mussten die Männer und Frauen der Feuerwehr vorsichtig vorgehen. Der Grund: Der Tank des Busses war zum Zeitpunkt des Unglücks fast bis zum Rand mit 300 Litern Diesel gefüllt. Auch aus einem weiteren Grund mussten die Einsatzkräfte achtsam sein: Die Unglücksstelle liegt direkt neben dem EAM-Umspannwerk, über der Straße hängt eine 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung.

Entgegen ersten Meldungen schaltete sich das Umspannwerk nicht ab. „Die Stromversorgung war auch nicht unterbrochen“, sagte EAM-Sprecher Jörg Krell gegenüber dieser Zeitung. Den Sachschaden an dem Bus beziffert Polizeisprecherin Knöll mit 100.000 Euro Euro.

Wie hoch der Brandschaden an der ohnehin stark beschädigten Landesstraße ausgefallen ist, wird nach Auskunft von Hessen-Mobil noch ermittelt. Mit einem Ergebnis wird noch in dieser Woche gerechnet Die Hannoversche Straße wurde an der Brandstelle zunächst auf einer Länge von 30 Metern halbseitig gesperrt. Nach dem Abschluss der Löscharbeiten wurde die Straße Dienstagnacht gegen 2.45 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Von Peter Ketteritzsch und Philipp David Pries

Fotos: Linienbus brennt in Niestetal aus

Linienbus brennt in Niestetal aus

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