Am 3. Juni wird in Niestetal gewählt

Bürgermeisterkandidat Marco Diezmann: „Das Amt ist nicht nur ein politisches“

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Marco Diezmann (CDU) ist Bürgermeisterkandidat in Niestetal. Das Bild zeigt den 32-Jährigen an seinem Lieblingsplatz in der Gemeinde – er sitzt er auf einer Bank am Gewerbegebiet Sandershäuser Berg, im Hintergrund ist die Gemeinde Niestetal zu sehen.

Niestetal. Am 3. Juni wird in Niestetal ein neuer Bürgermeister gewählt. Drei Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen. Wir stellen die Bewerber vor. Heute: Marco Diezmann (CDU).

Besonnen, sozial, zielstrebig und familiär – so beschreibt sich Marco Diezmann, der Bürgermeister in der Gemeinde Niestetal werden will, selbst. „Als ausgebildeter Diplom-Verwaltungswirt kenne ich die Abläufe in der Verwaltung und als Gruppenleiter konnte ich bereits Erfahrungen in einer Führungsposition sammeln.

Das Bürgermeisteramt ist ja nicht nur ein politisches“, begründet der 32-Jährige, warum er der Richtige für den Chefposten im Rathaus ist. Und fügt hinzu: „Ich bin kein impulsiver Mensch. Meine Aussagen sind wohlüberlegt, meine Entscheidungen rational.“

Seit Ende 2017 sitzt Diezmann im Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes Niestetal. „Ich habe mich schon immer für die Politik in Niestetal interessiert, jetzt will ich sie aktiv mitgestalten.“

Auch wenn Niestetal bislang in fester Hand der Soziademokraten war – seit ihrer Gründung im Jahre 1972 wird die Gemeinde von SPD-Bürgermeistern regiert –, rechnet sich Diezmann gute Chancen aus: „Die Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl. Ich versuche trotz SPD-Vorherrschaft alles.“

Probleme lösen und Menschen helfen: Diese Aufgaben, die der gebürtige Berliner derzeit bereits als Gruppenleiter und Ausbilder bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Kassel hat, würden den dreifachen Vater auch als Rathauschef erwarten.

„In diese neue Rolle müsste ich erstmal reinwachsen. Das ist ein Lernprozess, am Anfang wird höchstwahrscheinlich nicht alles glatt gehen“, gibt Diezmann zu. Auch wenn er ein CDU-Parteibuch habe, habe er stets ein offenes Ohr für alle Fraktionen: „Das gehört zum Bürgermeistersein dazu.“

Mit Transparenz, flachen Hierarchien und Kommunikation will der Fan des Fußballvereins Hertha BSC überzeugen: „Das gilt nicht nur für die Arbeit in der Verwaltung, sondern auch gegenüber den Bewohnern.“ Die Bürgernähe, die Diezmann beim ehemaligen Rathauschef Andreas Siebert (SPD) zuletzt vermisst hat, will der 32-Jährige mit einer regelmäßigen Bürgersprechstunde schaffen. „Gerade in der Kommunalpolitik ist es wichtig, mit den Menschen direkt ins Gespräch zu kommen und ihnen zuzuhören.“

Dass Diezmann, der abends vor dem Schlafengehen am liebsten Hörspiele des Komikers Kurt Krömer und des Kabarettisten Max Uthoff hört, eine soziale Ader hat, zeigt seine Zivildienst-Wahl: Beim Sozialen Friedensdienst Kassel hat er einen Neunjährigen, der beeinträchtig im Hören und Sprechen ist, zur Schule nach Homberg-Efze begleitet. Auch neben seinem Studium hat er behinderte Menschen aus Stadt und Landkreis Kassel in ihrem Alltag betreut.

Was war der Moment im Leben, der ihn am meisten geprägt hat? „Als meine Frau mir sagte, dass mit unserem ersten Kind schwanger ist. Da musste ich mich entscheiden, ob ich mein Wirtschaftswissenschaftsstudium abschließe oder in den Job als Anwärter bei der Deutschen Rentenversicherung mit einem sicheren Gehalt wechsele.“

Seine erste Amtshandlung, falls er sich am 3. Juni gegen seine zwei Gegenkandidaten durchsetzen sollte: „Das Namensschild austauschen“, sagt Diezmann schmunzelnd.

Hintergrund Diezmanns Ziele 

• Familie: Hohe Betreuungsqualität in Kindergärten erhalten; Vielfalt von Betreuungskonzepten ausbauen 

• Senioren: Ansiedlung von medizinischen Versorgungszentren; altersgerechtes, barrierefreies und generationenübergreifendes Wohnen ausbauen 

• Gewerbe, Handwerk, Industrie und Gastronomie sowie die Ansiedlung von mittelständischen Unternehmen fördern 

• Vereine, Kirche und Ehrenamt unterstützen 

• Verkehr: A 7-Anschlussstelle Kassel-Ost erhalten; Lärm an A 7 senken 

• Internet: Breitbandausbau in Sandershausen fördern 

• Bezahlbarer Wohnraum: maßvolle innerörtliche Nahverdichtung; interkommunale Wohnungsgesellschaft schaffen 

• Verwaltung: Online-Verwaltung für Bürger ausbauen; regelmäßige Bürgersprechstunde 

• Verschmutzung in öffentlichen Einrichtungen verhindern: Stärkung der gemeindliche Ordnungskäfte; erhöhte Präsenz an bekannten Brennpunkten 

Zur Person: Marco Diezmann 

Marco Diezmann (32) wurde in Berlin geboren und lebt seit seinem fünften Lebensjahr in Niestetal. Zunächst studierte er vier Semester lang Wirtschaftswissenschaften und Politik an der Universität Kassel (abgebrochen). Danach begann Diezmann sein duales Studium zum Diplom-Verwaltungswirt bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum und Berlin, das er Anfang 2012 abgeschlossen hat. 

Seitdem arbeitet er für diese Versicherung in Kassel, zunächst als Sachbearbeiter, seit August 2016 als Gruppenleiter. Seit Ende 2017 sitzt Diezmann im Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes Niestetal. 

Abwechslung zum Arbeitsalltag findet der 32-Jährige beim Werkeln in seinem neuen Haus. Entspannen kann er am besten auf dem heimischen Sofa, zudem verreist er gerne. 

Diezmann ist seit neun Jahren verheiratet. Mit seiner Frau Anna Lena, den drei gemeinsamen Kindern im Alter von drei bis acht Jahren und Hund Neo lebt er in Niestetal-Sandershausen. 

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