Hobbyfotograf sah Altstorch mit leblosem Körper im Schnabel

Drama bei den Niestetaler Störchen: Ein Junges ist tot

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Trauriger Anblick: Ein Junges aus der Storchenfamilie hat es nicht geschafft. Das Bild zeigt einen Altstorch mit dem toten Körper im Schnabel.

Niestetal. Dem Hobbyfotgrafen aus Kassel, Johannes Brenner, kommen nicht nur schöne Motive vor die Linse. Am Samstag fotografierte er einen Jungvogel, der es offenbar nicht geschafft hat: Ein Altstorch hatte den toten Körper im Schnabel.

Die Entdeckung machte er erst bei der Sichtung der Bilder vom Tag am Computer. „Ich habe das abends am PC gesehen und dachte erst, der Storch habe Futter im Schnabel“, schildert Brenner auf HNA-Anfrage. Aber beim genaueren Hinsehen wurde klar: Es muss ein Storchenbaby sein. Seit März ist das Storchenpaar zusammen in dem Nest an der Fulda, seit Anfang April wurde gebrütet

Von Eltern getötet?

Der Tod des Storchenkindes, das laut Brenner nur wenig größer als ein Entenküken war, könne mehrere Ursachen haben. „Wahrscheinlich hat es durch die relativ kalten Nächte nicht überlebt“, erzählt er. Oder aber – das wäre dann die noch traurigere Nachricht – die Storcheneltern haben es bewusst getötet. „Die merken: Hier gibt es nicht genug Futter für alle Kinder, also wird eines getötet“, weiß der Hobbyfotograf, der sich auch beim Nabu engagiert, aus Erfahrung. So geschehen im vergangenen Jahr. Damals hab es vier Mal Nachwuchs gegeben, damit drei davon durchkommen, sei eines getötet worden. Damals hieß es, man habe beobachtet, wie einer der älteren Störche das Junge gepackt und totgeschüttelt habe.

Das Nest: Hobbyfotograf Johannes Brenner ist meist am frühen Morgen unterwegs. Das Bild zeigt das Nest an der Fulda, in dem er auch das Foto vom toten Jungen machte.

Wie viele Jungstörche sich aktuell insgesamt im Nest aufhalten, weiß Johannes Brenner nicht. Zwar besuche er das Nest regelmäßig. „Aber es ist noch zu hoch und die Störche sind zu klein.“ Er meine aber, noch einen weiteren Kopf gesehen zu haben.

Dass das tote Storchenjunge nicht der einzige Nachwuchs ist, dafür spreche auch die eifrige Futtersuche der Altvögel. „Das Storchenpaar bringt nicht wie bisher nur Nestmaterial, sondern auch Nahrung.“ Das Futter, in der Regel Würmer und Insekten, wird von den Altstörchen verschlungen und im Nest für Nachwuchs wieder hochgewürgt.

Insgesamt gibt es in Niestetal derzeit zwei Storchennester: Eines steht seit 2008 an der Fulda im Ortsteil Sandershausen, seit März 2016 gibt es ein weiteres an der Nieste in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Im Nest an der Fulda war im Februar 2017 erst ein Weißstorch eingekehrt, wenig später kam der Partner hinzu.

Auf Futtersuche: Die Altstörche sammeln derzeit rund um das Storchennest fleißig Würmer und Insekten für die Jungtiere.

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