Kurzinterview mit der EU-Abgeordneten Martina Werner: "Bei Oettinger nachgefragt"

Die Niestetaler EU-Abgeordnete Martina Werner über ihre Arbeit in Brüssel

Niestetal /Brüssel. In Brüssel stellen sich die designierten Kommissare im Europaparlament vor. HNA-Redakteur Holger Schindler sprach mit der nordhessischen EU-Abgeordneten Martina Werner (Niestetal) über ihre Arbeit.

Frau Werner, die Vollbart-Diva Conchita Wurst, Gewinnerin des Eurovision Song Contests, gibt heute im Europaparlament ein Konzert, um für Toleranz und Gleichstellung zu werben. Gehen Sie hin? 

Martina Werner: Ich finde es gut, dass sie kommt. Es gibt in der EU Länder wie Ungarn, die nicht so tolerant sind. Ich gehe aber heute Abend nicht zu Conchita Wurst, wir sind zurzeit so mit den Hearings beschäftigt, da bleibt mir keine Zeit.

Sie sprechen es gerade an: Die designierten Kommissionsmitglieder stellen sich gerade dem EU-Parlament vor. Beteiligen Sie sich an den Anhörungen? 

Werner: Ja, ich habe an sieben Anhörungen teilgenommen, unter anderem mit dem designierten Digital-Kommissar Günther Oettinger. Ich bin ja Mitglied des Ausschusses für Industrie, Energie, Telekommunikation und Forschung. Oettinger habe ich gefragt, ob er den Breitbandausbau in Europa forcieren wird. Das ist ein wichtiges Thema für uns in Nordhessen. Er hat das zugesagt.

Die Kandidaten werden diesmal nicht wie früher einfach abgenickt, sondern teilweise mit provokanten Fragen konfrontiert. Ist das Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins der EU-Parlamentarier? 

Werner: Ich glaube schon. Es gibt dieses gewachsene Selbstbewusstsein. Wir haben im EU-Parlament die Möglichkeit, die Kandidaten zu prüfen, und stimmen darüber ab. Auf EU-Deutsch heißt das, „die Kandidaten werden gegrillt“. Aber Scherz beiseite: Wir haben da in der EU eine höhere Verantwortung als etwa im Deutschen Bundestag, wo die Kanzlerin ihre Minister präsentiert, ohne dass das Parlament Einfluss nehmen kann. Und diese Verantwortung nehmen wir wahr.

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