Handwerk mit künstlerischem Einschlag

Edle Keramik gibt Pfiff: Fliesen-Kleinschmidt seit 50 Jahren am Markt  

50 Jahre Fliesen-Kleinschmidt: Für Firmeninhaber Thomas Kleinschmidt ist Fliesenlegen mehr als das Aneinanderreihen und schnelle Kleben von Keramikplatten. Foto: Dilling

Niestetal. Fliesen, das sind heute nicht mehr nur pflegeleichte und robuste Bodenbeläge oder Wandverkleidungen. Sie vermitteln vielmehr Lebensgefühl und geben dem Badezimmer, das heute immer mehr zur Wellness-Oase wird, den richtigen Pfiff.

Davon vermitteln die Einrichtungsmodelle im großzügigen Ausstellungsraum der Firma Fliesen-Kleinschmidt an der Grünstraße einen guten Eindruck. Dort können Kunden mithilfe eines aufwendigen Computerprogramms ihre Wunscheinrichtung aus edler Keramik am Bildschirm planen. „Der Kunde wird mit einbezogen. Er ist heute Mitgestalter“, sagt Firmenchef Thomas Kleinschmidt.

Seit über 50 Jahren behauptet sich der Handwerksbetrieb und Groß- und Einzelhandel auf einem Markt, der schon seit einer Reihe von Jahren vom Massengeschäft unter der Regie großer Bauträgergesellschaften beherrscht wird. Doch Fliesenlegen ist für Kleinschmidt mehr als das möglichst schnelle Aneinanderreihen und Verkleben möglichst vieler Keramikplatten. Er suche stets nach individuellen Lösungen, sagt der Fliesenplatten- und Mosaiklegemeister. Ein künstlerischer Einschlag schadet da nicht: Bei der documenta 6 sorgte die Firma 1977 mit einer außergewöhnlichen Fliesenlegearbeit für den Künstler Hans-Peter Reuter für Furore.

Kleinschmidts – inzwischen gestorbener – Vater Günter hat 1964 in Spiekershausen den Traditionsbetrieb gegründet und fing ganz bescheiden an. „Für seinen ersten Auftrag, das Fliesen eines Badezimmers in der Nachbarschaft, hat er 849,07 Mark (425 Euro) erhalten“, erzählt der jetzige Firmenchef. 1967 zog der Betrieb nach Sandershausen um. Er wurde erweitert und siedelte schließlich 1977 an die Grünstraße, als einer der ersten im neuen Gewerbegebiet.

Das Unternehmen wuchs schnell: Viele private und öffentliche Gebäude in Kassel tragen noch heute die Handschrift der Kleinschmidtschen Fliesenlegekunst. Dazu gehören unter anderem das HNA-Gebäude an der Frankfurter Straße, der Südflügel-Anbau des Kasseler Rathauses, eine Passage des Dez-Einkaufszentrums und diverse Schulhallenbäder. Für das Modehaus C&A legten die Niestetaler Handwerker Keramikplatten in ganz Deutschland.

Die Kunden wurden regelmäßig zu Ausstellungen mit den neuesten Trends eingeladen. Die 1970er und 1980er-Jahre waren die goldenen in der Firmengeschichte. Der Betrieb hatte bis zu 49 Mitarbeiter. Heute sind es noch 24, inklusive zweier Lehrlinge. Schwerpunkte sind heute die Sanierung von Altbauten, der barrierefreie Umbau von Badezimmern und der Fliesenhandel. In seinem riesigen Lager hat Kleinschmidt 5000 Artikel rund um das Thema Fliesen und Keramik vorrätig. Als Mitglied einer Einkaufsgemeinschaft habe man europaweit Zugriff auf das Sortiment von 200 Herstellern. www.fliesen-kleinschmidt.de

Von Peter Dilling

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