Gewerbegebiet Sandershäuser Berg: Erweiterung wieder Thema

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Neuer Kurs im Rathaus: Erweiterung des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg entlang der Autobahn 7 ist wieder ein Thema in Niestetal.

Niestetal. Jahrelang war eine Erweiterung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg bei Niestetal kein Thema mehr. Nun hat sich der Kurs im Rathaus aber geändert.

Die Krise bei dem ortsansässigen Solartechnikhersteller SMA hatte voll auf den Haushalt der Gemeinde durchgeschlagen. Statt teure Großprojekte anzustoßen, regierte der Rotstift.

Andreas Siebert

Eine Erweiterung des für rund 45 Millionen Euro erschlossenen Areals an der Autobahn 7 von 25 auf bis zu 55 Hektar (knapp 80 Fußballplätze) kam auch deshalb lange nicht infrage, weil bis heute ein Teil des Gewerbeareals brach liegt: Als sich die Krise abzeichnete, verzichtete SMA auf die Errichtung der geplanten zweiten Solarfabrik am Sandershäuser Berg. Seither sind 13 Hektar (19 Fußballplätze) brach.

Jetzt hat sich der Kurs im Niestetaler Rathaus geändert. Nach dem Willen von Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) soll in den nächsten Monaten eine Vergrößerung des Gewerbegebiets geprüft werden. „Wir wollen alle Daten und Fakten auf den Tisch legen, damit wir die Frage beantworten können: Erweitern oder nicht?“, sagte der Verwaltungschef im Gespräch mit der HNA.

Siebert betonte aber auch: „Es ist kein Geheimnis, dass Gewerbeflächen in Nordhessen endlich und gefragt sind.“ Flankiert wird die Initiative des Bürgermeisters durch einen Antrag der SPD-Fraktion im Zweckverband Raum Kassel (ZRK). In dem Papier fordern die Sozialdemokraten den Vorstand (Chef ist künftig Vellmars früherer Bürgermeister Dirk Stochla, SPD) des für die Genehmigung von Gewerbegebieten zuständigen Stadt-Umland-Verbands auf, eine Erweiterung unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Für eine Ausdehnung des Areals gelten zwei unverrückbare Kriterien, die im Regionalplan Nordhessen festgelegt sind.

Kriterium 1:

Eine Erweiterung ist erst dann möglich, wenn das neue Gewerbegebiet Langes Feld bei Kassel-Niederzwehren voll ist. Das Areal zwischen den Autobahnen 44 und 49 wird gegenwärtig erschlossen.

Kriterium 2:

Eine Erweiterung muss interkommunal, also von mehreren Städten und Gemeinden, zusammen auf die Beine gestellt werden.

Von Niestetal allein, das machte Bürgermeister Siebert deutlich, könnte das Projekt finanziell ohnehin nicht gestemmt werden. Prognosen aus dem Jahr 2011 gingen von Kosten zwischen 50 und 80 Millionen Euro aus. Bei Nachbarkommunen im Speckgürtel von Kassel stößt eine Beteiligung durchaus auf Interesse. In Baunatal hat man bereits Ende 2011 einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst, und auch in Lohfelden und Fuldabrück hielt man bereits vor vier Jahren einen Einstieg für denkbar.

Kriterium 3:

Das dritte Kriterium für eine Erweiterung steht zwar nicht im Regionalplan, ist aber ebenfalls unabdingbar: der Bau eines eigenen Autobahnanschlusses für das Gewerbegebiet. Dabei verlässt man sich in Niestetal auf eine Zusage von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er hatte im November 2011 die Zusage des Bundesverkehrsministeriums überbracht, dass die geschätzt fünf Millionen Euro teure Anschlussstelle gebaut werden kann.

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