In den Starenkästen sind keine Kameras mehr

Nach Fahrzeugbrand: Niestetal blitzt nicht mehr

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Längst verschwunden: Nach dem Brand eines Busses, bei dem der Blitzer an der Hannoverschen Straße in Sandershausen beschädigt worden war, wurden diese und die Anlage auf der anderen Straßenseite abgebaut.

Niestetal. Es war ein Fahrzeugbrand auf der Hannoverschen Straße, der den Anfang vom Ende der Starenkästen in Niestetal markiert.

Im August 2014 ging am Ortsausgang von Sandershausen ein Bus in Flammen auf – und zog dabei einen der beiden fest installierten Blitzer schwer in Mitleidenschaft.

Doch statt die Anlage an der Landesstraße zu reparieren, wurden die Blitzer in beiden Fahrtrichtungen abgebaut. Seit einigen Monaten stehen an der Straße nun rot-weiße Baken, die die Straßen optisch verengen und die Autofahrer dadurch bremsen sollen.

Die Starenkästen hatten seit 2002 an der Hannoverschen Straße gestanden. Auf der Gefällstrecke, das hatten Messungen ergeben, wurde häufig zu schnell gefahren. Feste Blitzer wurden auch an anderer Stelle aufgestellt, und zwar in Sandershausen an der Spiekershäuser Straße und an der Witzenhäuser Straße in Heiligenrode.

Doch geblitzt worden ist auch dort schon seit geraumer Zeit niemand mehr. Denn die Kameras wurden aus den Starenkästen entfernt, wie die Gemeindeverwaltung auf HNA-Anfrage bestätigte. „Ja, es stimmt, im Moment sind keine Kameras darin“, sagte Maureen Kessler, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Ordnung im Niestetaler Rathaus. Man habe sich nach eingehender Prüfung entschieden, die fest installierten Radaranlagen nicht mehr zu nutzen. Stattdessen setzt sie Gemeinde nach Auskunft Kesslers auf mobile Messgeräte. Damit sei man flexibler. Die Standorte der fest installierten Anlagen seien bekannt; oft hätten Autofahrer kurz vor den Blitzern abgebremst und kurz dahinter wieder beschleunigt.

Aber warum wurden dann nicht auch die Starenkästen in der Spiekershäuser und der Witzenhäuser Straße abgebaut?

Die Anlagen hätten insbesondere für Auswärtige weiterhin eine erzieherische Wirkung, so Kessler. Außerdem, so die stellvertretende Fachbereichsleiterin, sei das letzte Wort über die Anlagen noch nicht gesprochen.

Anlagen waren Politikum

Die Starenkästen in Niestetal waren übrigens auch schon einmal ein Politikum. Sie zählten zu den Anlagen, vor denen der damalige hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) per Schild warnen ließ („Radarkontrolle“). Nach dem Regierungswechsel zu Schwarz-Grün ließ Rentschs Nachfolger Tarek Al-Wazir (Grüne) die Schilder wieder abbauen.

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