"Friedliche Stimmung und große Hilfsbereitschaft"

23 Flüchtlinge in ehemaliges Bürogebäude in Niestetal gezogen

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Fühlen sich wohl: (von hinten links) Ali, Euad und Abdullah aus Syrien sowie Mohammed Abu Touk und Mohammed Al Saade aus Palästina sind angekommen in der Gemeinschaftsunterkunft in Niestetal. 

Niestetal. Vor wenigen Tagen haben 23 Flüchtlinge ein altes Bürogebäude des Solartechnikherstellers SMA in Niestetal bezogen. 

Es wurde als Gemeinschaftsunterkunft vom Landkreis hergerichtet und bietet Platz für 32 Personen. Sie sind angekommen. Raus aus der Erstaufnahme, rein in die Gemeinschaftsunterkunft. Vor wenigen Tagen haben 23 Flüchtlinge ein altes Bürogebäude des Solartechnikherstellers SMA in Niestetal bezogen. Es wurde als Gemeinschaftsunterkunft vom Landkreis hergerichtet.

Viele der Bewohner sind junge Männer, aber auch eine Seniorin mit ihrer Enkelin und eine junge Frau aus Eritrea sind eingezogen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, im Land bleiben zu dürfen. Sie flüchteten aus Syrien, Ethopien, Somalia, Afghanistan oder aus Iran und leben jetzt in Deutschland.

Der Standort in Niestetal in der Bettenhäuser Straße ist ruhig gelegen, wenige Meter entfernt befinden sich zwei Supermärkte. Industrie- und Wohngebiet wechseln sich ab. Die neuen Bewohner müssen sich selbst versorgen. Gemeinschaftsküchen stehen zur Verfügung.

Große Hilfsbereitschaft

Farideh Afshar leitet die Unterkunft und kümmert sich um ihre Schützlinge: „Das Zusammenleben ist toll. Es herrscht eine friedliche Stimmung und da es eine kleine Gruppe ist, ist die Hilfsbereitschaft untereinander sehr groß.“ Insgesamt gibt es in dem Gebäude Platz für 32 Personen. Auf drei ehemaligen Büroetagen verteilen sich Mehrbettzimmer, sieben Räume sind es insgesamt.

Bei einem Besichtigungstermin wollte sich Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) einen Überblick über die neue Einrichtung verschaffen und dessen Neueingezogenen kennenlernen. Gemeinsam mit der Unterkunftsleiterin besuchte sie die Flüchtlinge. In einem großen Gemeinschaftszimmer leben fünf junge Männer. Vier stammen aus Syrien, zwei aus Palästina. Sie erzählen der Politikerin, dass sie sehr glücklich sind, in Deutschland in Frieden leben zu können. „Wir haben hier alles, wir sind zufrieden. Vor allem sind wir sicher. Doch wir müssen die Sprache lernen und wollen arbeiten“, sagt Abdullah Zeitak, der aus Syrien stammt.

„Entscheidend für die Integration ist die Sprache. Deswegen werden wir in Kürze mit Deutschkursen beginnen. Auch dann ist der Weg in Arbeit meist erst möglich“, sagt Susanne Selbert.

Sprachkurse werden dann vor allen von den Volkshochschulen angeboten. Die Mittel für diese Sprachkurse kommen vom Bund und sollen zum 1. November zur Verfügung stehen, erklärt Kreis-Pressesprecher Harald Kühlborn.

Gelegenheitsarbeiten für die Flüchtlinge stellt dann die Gemeinde Niestetal zur Verfügung. „Das sind dann einfache Tätigkeiten“, sagt Selbert, doch Abdullah Zeitak und seine Mitbewohner sind froh, wenn sie nicht den ganzen Tag in der Unterkunft verbringen müssen.

In den ersten Tagen geht es zunächst einmal darum anzukommen. Wieder eine neue Umgebung, wieder neue Leute. Teilweise habe die Flucht Jahre gedauert und die meisten seien froh, lebend davon gekommen zu sein, sagt die Vizelandrätin.

„Durch die gute Anbindung an Kassel können die Flüchtlinge Eigenständigkeit zurückgewinnen“, sagt Unterkunftsleiterin Afshar.

Eine hauptamtliche Leiterin kümmert sich um die Belange in der Unterkunft. „Dazu kommt ein Unterstützerkreis, der sich in der Kommune gerade bildet und die Gemeinde hilft sehr vorbildlich“, sagt Susanne Selbert. Ziel sei es, die Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft so kurz wie möglich zu halten. „Für eine zügige Integration ist dann privater Wohnraum notwendig. Da sind wir auf der Suche und werden die Flüchtlinge so schnell wie möglich dort unterzubringen“, sagt Selbert.

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