Zu viele Informationen im Vorbeifahren

Verwirrte Autofahrer: Wo geht’s lang im Turbokreisel?

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Blick aus der Luft: Der neue Turbokreisel in Heiligenrode ermöglicht es Autofahrern, in zwei Richtungen am Kreisverkehr vorbeizufahren (rot gestrichelt) und so schneller voranzukommen. Doch viele Autofahrer fühlen sich von der Verkehrsführung verwirrt. 

Niestetal. Der erst im Juni zum Turbokreisel ausgebaute Kreisverkehr in Niestetal-Heiligenrode scheint für manche Autofahrer ein Problem zu sein.

Bei einer HNA-Umfrage in Niestetal äußerten viele der Befragten, dass sie den Kreisel gut finden, die Orientierung aber schwerfällt.

Das mag auch an den Hinweisschildern liegen, die die Verkehrsführung anzeigen. Auf ihnen sind relativ viele Informationen zusammengepackt. Die Erfahrung von so manchem Autofahrer: Bevor man alle Informationen erfasst hat, ist man schon vorbeigefahren und befindet sich bereits im Kreisel. Auch Bauamtsleiter Peter Lieder meint: „Man muss vielleicht zweimal durchgefahren sein, um das zu verstehen.“

Größere Schilder

Express-Spur geradeaus und rechts ab: Wer aus Kassel Richtung Nieste möchte, kann rechts am Innenkreisel vorbeifahren.

Neue Schilder werden da möglicherweise Abhilfe schaffen. „Die jetzige Beschilderung ist noch provisorisch“, sagte Ordnungsbehördenleiterin Sandra Fleck auf Anfrage der HNA. Neue Schilder seien in Auftrag gegeben, sie sollenim Laufe des Herbstes aufgestellt werden. Sie werden zwar die gleichen Informationen enthalten, aber um einiges größer sein, teilte die Amtsleiterin mit. „Wir versprechen uns davon, dass sie besser zu erkennen sind.“

Die Beschilderung und die Abstände zum Kreisel würden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umgesetzt. Danach dürfen maximal zehn Ziele auf den Wegweisern ausgewiesen werden. Der Kreisel sei ein wichtiger Knotenpunkt, über den man außer der Stadt Kassel, der Autobahn 7, der Nachbargemeinde Nieste auch den Sensenstein und die örtlichen Sportstätten erreiche. Diese Kernziele seien auf den Schildern dargestellt, erläuterte Sandra Fleck.

Früher hatte der Kreisel nur eine Spur, heute hat er zwei. Auch das sorgt bei manchen Autofahrern für Verwirrung.

Express-Spuren

Neu an dem Kreisverkehr sind vor allem die beiden Express-Spuren, die am Innenkreisel vorbei direkt in die gewünschte Fahrtrichtung führen: So führt der Rechtsabbieger von der Straße „An der Autobahn“ direkt zur A7-Auffahrt in Richtung Norden (Hamburg / Hannover). Wer auf die A7 Richtung Süden (Kassel / Würzburg / Dortmund) möchte, muss allerdings durch den Kreisel fahren.

Auch wer aus Richtung Kassel weiter nach Nieste / Staufenberg / Sensenstein möchte, kann an dem Innenkreisel vorbei weiterfahren.

Express-Spur nach rechts: Wer die steile Straße „An der Autobahn“ zum Kreisel hochfährt, kann als Rechtsabbieger außen am Kreisverkehr vorbeifahren.

Nötig wurde der Ausbau des Kreisels, um die Leistungsfähigkeit der Kreuzung zu erhöhen. 21.200 Fahrzeuge sind hier durchschnittlich pro 24 Stunden unterwegs, bis zu 55.000 Fahrzeuge am Tag könnte der Turbokreisel bewältigen.

Die Kapazitätsgrenze könnte schnell erreicht werden, denn hier verläuft die Umleitungsstrecke bei einer Sperrung der nahe gelegenen A7. Außerdem wird der Verkehr während der zwei Jahre dauernden Sanierung der Hannoverschen Straße in Sandershausen über den Kreisel umgeleitet. 

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