Förderprojekt

Geplantes Niestetaler Hallenbad Ende 2020 in Betrieb?

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Strammer Zeitplan für den Neubau eines Hallenbades an der Autobahn: Wenn die Gemeinde Niestetal die maximale Fördersumme von 4 Mio. Euro vom Bund abgreifen will, muss sie planerische Vorgaben erfüllen. An dieser Stelle wird sie sehr exakt und schnell arbeiten müssen, um keine Abzüge bei der Förderung in Kauf nehmen zu müssen. Bei einwandfreier Arbeit aber wird die Gemeinde 1,15 Mio. Euro weniger in die Hand nehmen müssen, als im alten Entwurf.

Niestetal. Geht es nach Bürgermeister Andreas Siebert (SPD), geht das neue Niestetaler Hallenbad genau am 31. Dezember 2020 in Betrieb.

So sieht es der frisch überarbeitete Zeitplan vor, der eingehalten werden muss, will die Gemeinde Fördergeld vom Bund in Höhe von bis zu 4 Mio. Euro erhalten. In drei Wochen, am Mittwoch, 13. September, wird die Gemeindevertretung darüber entscheiden, ob sie diesen Weg gehen will. „Will sie das, müssen wir nicht nur einen strikten Zeitplan einhalten. Wir müssen auch eine Menge Vorgaben in die weiteren Planungen einfließen lassen, um überhaupt die Fördermittel zu bekommen.“

Für Siebert ist dieser Weg machbar. Auch, weil dadurch das neue Hallenbad, das das marode Wichtelbrunnenbad quasi in sanierter Form an anderer Stelle ersetzen soll, für die Gemeinde deutlich billiger wird – es geht um 1,15 Mio. Euro Ersparnis. Ursprünglich war ohne Förderung eine Nettokreditaufnahme von 6,24 Mio. Euro für ein doch recht einfach gehaltenes Hallenbad veranschlagt gewesen. Weil nun die Förderung an bestimmte technische wie energetische Vorgaben geknüpft ist, wird das gesamte Projekt nun wieder teurer, „aber eben nicht so, als dass damit das ganze Fördervolumen aufgezehrt wird“, sagt Siebert.

AndreasSiebert

So stünden nun Mehrkosten für das Bad von 2,85 Mio. Euro ins Haus. „Das lässt sich von den vier Mio. Euro Fördergeld gut bezahlen“, sagt Siebert. Der Rest, also 1,15 Mio. Euro, diene dann dazu, die ursprünglich geplante Nettokreditaufnahme von 6,24 auf dann nur noch 5,1 Mio. Euro zu drücken.

Wohlgemerkt werde dadurch das neue Bad in seiner Größe nicht verändert, nur in seiner technischen und energetischen Ausstattung erheblich aufgewertet, sagt Siebert. Geplant seien nach wie vor ein 25 Meter-Becken mit vier Bahnen, ein Therapie- und Lehrschwimmbecken sowie ein Planschbecken für Kinder.

Alles ein Jahr später fertig

Mit der hohen Förderung sei allerdings auch ein strikter Zeitplan verbunden. „Wir müssen das neue Bad am 31. Dezember 2020 in Betrieb nehmen“, sagt Siebert. Um dieses Ziel zu erreichen, habe die Gemeindevertretung die weitere Projektplanung bereits auf den Eigenbetrieb Gemeindewerke Niestetal übertragen. Dort werde alles Technische, Kostenkalkulatorische und Juristische unter einen Hut gebracht. Das Berliner Büro Veauthier übernehme dann die architektonische Planung. „Von der Idee einer Generalplanung sind wir längst abgerückt“, sagt Siebert.

Damit solle auch erreicht werden, dass ohne große Umwege spätere Bedarfe und Nutzungswünsche in die Planungen einfließen könnten. Erst vergangenen Donnerstag habe es in dieser Sache noch ein Treffen mit Vertretern aus Schulen, Kindergärten, den beiden großen Niestetaler Sportvereinen, Kursleitern sowie dem aktuellen Badpersonal des Wichtelbrunnenbades gegeben.

Letztlich habe die Aussicht auf Fördermittel vom Bund – sie erreichte Niestetal im März 2017 – zu den Verzögerungen bei dem Hallenbadprojekt geführt. Vieles musste neu überdacht, verhandelt und mit beteiligten Behörden geklärt und abgestimmt werden.

Tatsächlich hatte es Anfang 2017 noch so ausgesehen, als könne im Juli 2017 mit dem Bau begonnen werden. „Jetzt geht eben alles ein Jahr später los, wenn denn die Gemeindevertretung im September grünes Licht dafür gibt“, sagt Siebert.

Das Ergebnis des Bürgerentscheids vom November 2015 für ein neues Schwimmbad in Niestetal sieht Siebert durch die aktuellen Entwicklungen nicht infrage gestellt.

Hintergrund: Keine Förderung ohne Auflagen

Das neue Hallenbad für Niestetal ist förderfähig, weil es als Ersatzneubau im Rahmen eines Sanierungsvorhabens gilt. In diesem Moment greift das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Mit der Förderzusage seitens des Bundes vom März 2017 war zunächst nur die grundsätzliche Förderfähigkeit gemeint, nicht aber die sofortige Ausschüttung von 4 Mio. Euro. Diese Summe fließt nur, wenn bestimmte Auflagen bei der technischen und energetischen Planung erfüllt werden. Dazu zählen unter anderem die Unterschreitung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung um 20 bis 30 Prozent, eine besonders hohe Nutzerfreundlichkeit, besonders flexible Nutzungsmöglichkeiten, die Nutzung alternativer Energien sowie absolute Barrierefreiheit. Diese Vorgaben werden sehr rigide gehandhabt. Das heißt: Nur geringe Abweichungen führen zu spürbaren Abzügen bei der Förderung. Die Gemeindewerke Niestetal wie auch das beauftragte Architekturbüro Veauthier müssen daher nun sehr präzise arbeiten – und schnell. Denn schon Anfang Oktober soll der Förderantrag gestellt werden. Erst wenn der bewilligt ist, kann der Bauantrag folgen – voraussichtlich ist das Mitte März 2018 der Fall. Die Ausschreibung wäre dann Mitte 2018 möglich, die Fertigstellung des neuen Hallenbades im Herbst 2020.

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