Brand war schnell unter Kontrolle

500.000 Euro Schaden durch Großbrand in Niestetal: Lagerhalle brannte nieder

Niestetal. Am Donnerstagabend ist in Niestetal-Sandershausen eine Lagerhalle abgebrannt. Personen wurden nicht verletzt. Den Schaden schätzt die Polizei auf 500.000 Euro.

Aktualisiert um 10.50 Uhr - Der Schaden, der bei dem Feuer der Lagerhalle im Niestetaler Ortsteil Sandershausen am Donnerstagabend an der Egon-Höhmann-Straße 6 entstanden ist, wird von der Polizei auf etwa 500 000 Euro geschätzt. 

„Zum Glück hat die Brandwand gehalten, sonst wäre das Feuer auf die angrenzende Wohnung übergegriffen“, erklärte Niestetals Gemeindebrandinspektor Ingolf Aust am Freitagmorgen. In der Wohnung war zum Zeitpunkt des Brandes eine Familie mit zwei Kindern, alle konnten rechtzeitig evakuiert werden. 

Laut Aust hatte die Feuerwehr gegen 20 Uhr – etwa 30 Minuten nachdem die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr eintrafen – das Feuer unter Kontrolle. Feierabend war allerdings erst später: „Bis alles aufgeräumt und alle Fahrzeuge wieder bestückt waren, war es drei Uhr nachts“, so Aust. Am Freitagvormittag waren erneut Einsatzkräfte der Niestetaler Feuerwehr vor Ort. Ein Anwohner hatte leichte Rauchschwaden gesehen. Bei einem Kontrollgang entdeckten Aust und seine Kollegen die entsprechende Stelle und fluteten sie. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera wurde überprüft, ob es weitere Glutnester gibt. Die Ursache des Brands ist weiterhin unklar. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Nach Großbrand in Niestetal: Halle niedergebrannt, 500.000 Euro Schaden

Mehrere Explosionen und starker Rauch

Am Vorabend hatten meterhohe Flammen aus dem Dachstuhl der Halle geschlagen, als die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr eingetroffen waren. „Es gab eine starke Rauchentwicklung und mehrere Explosionen, vermutlich durch Gasflaschen ausgelöst“, sagte Einsatzleiter Kai Brückmann. 

Eine im angrenzenden Wohnhaus lebende Familie mit zwei Kindern konnte nach Angaben des Einsatzleiters rechtzeitig evakuiert werden. Sie kamen mit einem Schock davon. „Es ist traurig anzusehen, wie hier eine Existenz zerstört wurde. Es ist ein dramatisches persönliches Schicksal“, sagte Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert, der ebenfalls vor Ort war und mit dem Familienvater gesprochen hatte. „Es war richtig unheimlich, diese Hitze und die Explosionen“, berichtete Siebert weiter. Die Familie sei bei Verwandten untergekommen. 

Eine Freundin des Unternehmers, der auf dem Gelände eine Autoverwertung betreibt, erzählte, dass der Gewerbetreibende gerade unter der Dusche gestanden habe, als die erste Detonation erfolgte. Aufgrund der Druckwelle seien die Türen aus dem Gebäude geflogen. Die Rettungskräfte der Niestetaler Wehr hatten beim Eintreffen am Einsatzort umgehend eine Warnmeldung über die Polizei herausgegeben. „Wegen der starken Rauchentwicklung sollten die Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten“, sagte Brückmann. 

Feuer schnell unter Kontrolle gebracht

Zusätzlich wurden die Spezialisten der GW-Mess aus Fuldatal angefordert. Nach Angaben des Einsatzleiters konnte das Feuer bereits nach 30 Minuten unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte vor Ort. Verstärkung gab es aus Kaufungen, Helsa, Nieste, Baunatal, Kassel und Hofgeismar, sowie von dem Katastrophenschutz des Landes Hessen, der Feuerwehr Umweltschutz des Landkreises Kassel und den Rettungskräften des ASB. 

Die Löscharbeiten mit zwei Drehleitern dauern zur Stunde noch an. Der Einsatzleiter hatte einen Bagger angefordert, um einen Zugang zu den Glutnestern zu schaffen. Entgegen einer zunächst auf verschiedenen Internetseiten kursierenden Falschmeldung war das angrenzende Flüchtlingsheim nicht von dem Feuer betroffen. Bei der genannten Halle handelt es sich um eine Erstaufnahme, die laut Bürgermeister Siebert seit einiger Zeit leer steht. Die Einsatzstelle wurde von der Polizei abgesichert. Die Ermittlungen zur Brandursache nimmt die Kriminalpolizei am Freitagmorgen auf. Genaue Angaben zur Höhe des Schadens können noch nicht gemacht werden, die Polizei schätzt den Schaden aber auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. 

Auch wenn die Brandursache noch unklar ist, bitten die Brandermittler des K 11 der Kripo Kassel Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter Tel.: 0561 - 9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Großbrand in Niestetal-Sandershausen: Lagerhalle in Flammen

Rubriklistenbild: © Andreas Fischer

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