Grundschul-Altbau verschwindet

Wasser-Spielplatz und Renaturierung sollen Schulumfeld in Sandershausen aufwerten

Niestetal. Ein völlig neues und frisches Gesicht soll die Grundschule Sandershausen bekommen. Aktuell gehen dort 180 Kinder zur Schule – mit steigender Tendenz.

„Um den wachsenden Schülerzahlen gewappnet zu sein, ist nicht nur eine komplette Neuorganisation des Gebäudeensembles vorgesehen“, sagt Bauamtsleiter Peter Lieder. Auch solle die Schule am Mühlenweg besser an den gegenüberliegenden Spielplatz angebunden werden, der wiederum zu einem pädagogisch wertvollen Wasser- und Erlebnisspielplatz umgebaut werden soll.

Zudem werde nach bisheriger Planung die alte Turnhalle auf der Wiese gegenüber der Schule abgerissen, um dort zur Verbesserung des Hochwasserschutzes Platz für die Renaturierung der Nieste zu schaffen. Auch der Bolzplatz würde dadurch verschwinden.

Dafür werde der bislang in weiten Teilen verrohrte Mühlgraben (er verläuft parallel zum Mühlenweg) wieder reaktiviert und für pädagogische Zwecke in Teilen freigelegt. Auch der Wiederaufbau eines Mühlrades als Lehrbaustelle steht als Idee im Raum. Der Mühlgraben versorgte einst die Sandershäuser Mühle mit Wasser. 1943 wurde sie durch Fliegerbomben zerstört.

„Mit all diesen Vorhaben schlagen wir gleich drei Fliegen mit einer Klappe“, sagt Lieder. „Wir modernisieren die Schule, attraktivieren das gesamte Schulumfeld zum Erlebnisraum und haben zudem noch etwas für den Hochwasserschutz getan.“

Notwendig sei dafür nicht zuletzt die Sperrung des Mühlenwegs für den Auto-Durchfahrtsverkehr. Stattdessen könne eine neue Zuwegung für Anwohner des Mühlenwegs über die Wolfsangerstraße geschaffen werden.

Allein der Schulumbau ist schon ein Großprojekt. Für seine Finanzierung wird in weiten Teilen der Landkreis als Schulträger aufkommen: Der alte Musikraum der Schule soll abgerissen und durch einen dreistöckigen Neubau mit Klassenräumen ersetzt werden. Gleichzeitig soll der nicht mehr sanierungsfähige Altbau aus dem Jahr 1900 verschwinden (Bild oben). Aktuell sind dort nur noch zwei Klassen untergebracht.

An seiner Stelle soll eine neue Turnhalle mit Aula gebaut werden. Die alte und marode Turnhalle auf der Wiese gegenüber der Schule wird dafür abgerissen. Nicht zuletzt wird die Kapazität der Betreuungsschule (Hort) auf dem Schulgelände mit derzeit 122 Schülern verdoppelt. Träger hier ist der ASB.

„In der Tat ist das Projekt groß angelegt“, sagt auch Planer Ingolf Linke. Der Clou dabei sei, dass gleich mehrere Fördertöpfe des Bundes und des Landes angezapft werden könnten, um alle Vorhaben für den Landkreis und die Kommune bezahlbar zu machen (Hochwasserschutzprogramm des Landes, Kommunales Investitionsprogramm, Städtebauprogramm des Bundes).

Was für Fördersummen erwartet werden können, sei allerdings noch nicht klar. „Wir fahren demnächst nach Wiesbaden, um das zu diskutieren“, sagt Lieder. Tatsächlich stecke alles noch in einer frühen Planungsphase. Derzeit werde noch an Machbarkeitsstudien gearbeitet als Basis für ein späteres genehmigung- und förderfähiges Gesamtkonzept. „Auch muss alles noch durch die politischen Gremien“, sagt Lieder. Eltern und Lehrer hätten bereits Zustimmung signalisiert.

Linke: „Förderanträge können wir frühesten im März 2018 stellen. Bis dann alles durchgeplant und gebaut ist, vergehen noch gut und gerne vier bis fünf Jahre“.

Rubriklistenbild: © Renner

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