Bedarf steigt weiter

Hoher Bedarf in Niestetal: Sechster Kindergarten in Planung

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Stark nachgefragt: Die Kindergärten in Niestetal sind ausgebucht, hier der Kindergarten Regenbogen.

Niestetal. In den fünf kommunalen Kindergärten in Niestetal wird es eng. Das hat eine Bedarfsermittlung ergeben. Im Rathaus geht man von einem weiter steigenden Bedarf aus.

In den Einrichtungen Sternschnuppe und Regenbogen gibt es bereits zusätzliche Gruppen, die Plätze für Einjährige im Kindergarten Am Eichberg sind ständig ausgebucht. Das hat eine Bedarfsermittlung der Gemeinde ergeben.

Der Kindergarten Am Eichberg ist der letzte Kindergarten, den die Gemeinde selbst betreibt. Das hatte die Gemeindevertretung bereits im Jahr 2012 beschlossen. Ein externer Träger für eine sechste Kita muss also her. „Derzeit sind wir in der Phase zu überlegen, wo der Kindergarten entstehen könnte“, sagt Bürgermeister Andreas Siebert (SPD). Drei Standorte in Sandershausen seien möglich, Ortstermine habe es bereits gegeben. Folgen soll, sobald die Entscheidung gefallen ist, eine Ausschreibung. Das alles soll laut Siebert „zügig passieren“.

Andreas Siebert

Um den kurzfristigen Bedarf zu decken, könnte die Flüchtlingsunterkunft an der Bettenhäuser Straße als Notlösungs-Kindergarten dienen. Die Halle dort wird vom Landkreis nicht mehr genutzt, in den ehemaligen Geschäftsräumen sind derzeit noch 25 Flüchtlinge untergebracht. Klappt das nicht, werden an der Mehrzweckhalle Container für eine viergruppige Kita aufgestellt. Entschieden sei darüber aber noch nicht, sagt Siebert. „Wir führen Gespräche und wir gucken aufs Geld.“ Einen Schnellschuss wolle er nicht, sondern eine vernünftige Lösung. Wann die Entscheidung fällt, ist unklar.

Zwei Mio. Euro für Neubau

Vier unterschiedliche Varianten, wie die steigende Zahl der Kinder künftig untergebracht werden könnte, hatte die Gemeinde geprüft, beispielsweise die Umnutzung vorhandener Räume. Unter die Lupe genommen wurden unter anderem das Rathaus und der Dachboden des Kindergartens Regenbogen. Das Ergebnis: Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen (Kindergarten) und die Räume sind nicht ausreichend (Rathaus).

An- oder Umbauten an bestehende Kindergärten hat ein Architekt durchgerechnet. Demnach würde es mindestens 700 000 Euro kosten, einen Anbau am Kindergarten Regenbogen anzubringen, ein Anbau an der Sternschnuppe würde mit mindestens einer Mio. Euro zu Buche schlagen.

Den Gemeindevertretern scheint der Bau einer sechsten Einrichtung als beste Lösung. Rund zwei Mio. Euro (500 000 Euro pro Gruppe) könnte der neue Kindergarten in Sandershausen kosten. Zahlen soll das möglichst der externe Träger, der noch gesucht wird. „Die Zahlen sprechen eindeutig für diesen Neubau“, sagt Siebert.

Auch für den vorübergehenden Betrieb einer Kita – entweder an der Bettenhäuser Straße oder in den Containern – wird noch ein externer Betreiber gesucht. Außerdem solle das Angebot an Tageseltern verbessert werden. Bisher gibt es nur eine Tagesmutter in Niestetal. Das Angebot soll für Tagesmütter und Eltern künftig attraktiver gestaltet werden.

Plätze für 459 Kinder in Einrichtungen

Der Kindergarten Fantasia bietet Platz für insgesamt 87 Kinder, in der Einrichtung Sternschnuppe kommen aktuell 112 Mädchen und Jungen unter. Dort wurden befristet bis Ende Juli 25 Plätze geschaffen.

Im Kindergarten Am Park sind bis zu 87 Kinder untergebracht, im Regenbogen derzeit 112. Auch hier wurden 25 zusätzliche Plätze geschaffen. Im Kindergarten Am Eichberg sind 61 Plätze, darunter 36 ab dem ersten Lebensjahr. Insgesamt gibt es in Niestetal damit derzeit 459 Plätze in den Kindergärten.

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