Schlechte Versorgung

Niestetal: Internetverbindung in einigen Gebieten immer noch desaströs

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Blick auf die Hannoversche Straße in Sandershausen: Hier ist die Breitbandversorgung noch in Ordnung. Doch nur 300 Meter weiter in Richtung Landwehrhagen beginnen schon die „weißen Flecken“ der Unterversorgung.

Niestetal. In der Gemeinde Niestetal ist die Breitbandversorgung immer noch nicht flächendeckend. In einigen Teilen ist die Internetverbindung sogar katastrophal schlecht.

Während die einen aus dem Vollen schöpfen, müssen die anderen darben. Tatsächlich ist Niestetal in Sachen Breitbandversorgung immer noch zweigeteilt, und das, obwohl es dort eigentlich keine „weißen Flecken“ mehr geben dürfte. Immerhin profitierte auch diese Kommune 2009 von der Breitbandoffensive des Landes Hessen, woraufhin die Kasseler Firma ACO connect Richtfunkantennen aufbaute. Doch entspricht das längst nicht mehr dem Standard. Wird sich das in absehbarer Zeit ändern?

HEILIGENRODE

Im Gegensatz zu Sandershausen kann sich Heiligenrode glücklich schätzen – die Breitbandversorgung entspricht dem aktuellen Standard. Derzeit sind dort Datenraten von bis zu 400 MBit pro Sekunde möglich. Anbieter sind die Telekom und die Unitymedia. Die Telekom versorgt ihre Kunden mit der sogenannten Vectoring-Technik (Glasfaser bis zum Verteilerkasten, die „letzte Meile“ ist Kupfer, das Vectoring dient der Geräuschunterdrückung im Kupferkabel, sodass Datenraten bis zu 100 MBit pro Sekunde möglich sind). Zudem bietet die Telekom in Heiligenrode flächendeckend Mischlösungen aus Kabel- und Funk (Hybridtechnik), sowie reine Funklösungen an.

Die Unitymedia nutzt dagegen dicke abgeschirmte Kupferkabel, die noch vor der Wiedervereinigung 1989 von der Deutschen Post als Fernsehkabel verlegt worden waren. Diese recht leistungsfähigen Kabel führen jeweils bis in die einzelnen Haushalte (außer im Neubaugebiet Eichberg), was die Übertragung von Datenraten bis zu 400 MBit pro Sekunde erlaubt.

In Heiligenrode existiert also eine Doppelinfrastruktur für die Internetversorgung.

SANDERSHAUSEN

Sandershausen stellt sich in Sachen Internetversorgung wie ein Flickenteppich dar. Während der Süden fest in der Hand der beiden Anbieter Telekom und Unitymedia ist, muss der Norden des Ortsteils mit der inzwischen völlig unzureichenden Funktechnik des Kasseler Anbieters ACO – aber auch mit der Telekom – auskommen.

Die Unitymedia versorgt im Wesentlichen dass Karree Breslauer Straße und Kiefernweg sowie fast die ganze Osterholzstraße hinunter bis zur Dorfmitte mitsamt der Moritz-Zahnwetzer-Straße. Auch hier werden die alten Fernseh-Kupferkabel genutzt, die Datenraten bis zu 400 MBit pro Sekunde erlauben.

Etwa im gleichen Bereich bietet auch die Telekom ihre Dienste an, wegen der Konkurrenzsituation mit der Unitymedia jedoch nur mit einem reduzierten Standard von 50 MBit pro Sekunde via Kupferkabel. Datenraten von bis zu 100 MBit pro Sekunde (Vectoring-Technik) sind wiederum dort abrufbar, wo die Unitymedia nicht aktiv ist – nämlich in der Mitte Sandershausens. Dort hatte die Telekom erst vor rund einem Jahr Glasfaserkabel bis hin zu den Verteilerkästen gelegt, um auch dort Vectoring anbieten zu können (südliche Hannoversche Straße mitsamt des Bereichs zwischen Osterholzstraße bis zur Linie Obelweg/Lange Straße/In den Weiden).

Alles, was weiter nördlich liegt, ist im Prinzip ACO-Gebiet, auch wenn selbst dort die Telekom noch weite Teile mit einem Hybridangebot aus DSL-Kupferkabel und Funk (bis zu 16 MBit pro Sekunde) erreichen kann. Im Grunde wird damit das gleiche Leistungsniveau erreicht, das auch die ACO anbietet – was gemessen an modernen Standards aber zu wenig ist. Die Telekom hat dort nie weiter ausbauen dürfen oder wollen – dürfen aus wettbewerbstechnischen Gründen, wollen, weil sie flächendeckend in Sandershausen schon ein 4G/LTE-Mobilfunknetz unterhält.

Insofern gilt in Sachen Festnetz-Breitbandversorgung der Norden Sandershausens bis heute als „weißer Fleck“. Doch können Anwohner dort in absehbarer Zeit auf Abhilfe hoffen.

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