Debatte um Paragraf 219a, der „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche verbiete

Nach Anklage: Kasseler Frauenärztinnen wollen sich nicht einschüchtern lassen

Nora Szàsz

Kassel. Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche ist Anklage gegen die zwei Kasseler Frauenärztinnen erhoben worden. Die wollen sich davon allerdings nicht einschüchtern lassen. 

„Wir gehen davon aus, dass der Prozesstermin in den nächsten Wochen festgesetzt wird“, sagt Nora Szàsz. Deutschlandweit gebe es viele Anzeigen, aber nur wenige kämen zur Anklage wie in ihrem Fall. Szàsz und Natascha Nicklaus sind angeklagt worden, weil sie auf Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen auf ihrer Homepage veröffentlicht hatten.

Natascha Nicklaus

Entscheidend sei, ob bis zum Prozesstermin eine Einigung im Bundestag über die Gesetzeslage gebe. Ob also der Paragraf 219a, der „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche verbiete, möglicherweise geändert oder abgeschafft werde. Wenn die Politik das Problem nicht löse, dann seien sie auch bereit, bis zur höchsten Instanz zu gehen, so Szàsz.

Der Vorschlag der Staatsanwaltschaft, die Info von der Homepage zu nehmen, wollen die beiden Ärztinnen aber auch weiterhin nicht nachkommen. „Information ist wichtig und muss erlaubt sein, von Werbung für Abtreibungen kann überhaupt keine Rede sein“, so Szász. In der Stadt erfahren die beiden Ärztinnen viel Unterstützung: „Sowohl von Patienten aber auch in der Öffentlichkeit“, sagt Szàsz. So habe die Frauenvollversammlung der Uni Kassel in dieser Woche eine Solidaritätserklärung verabschiedet und ihnen überreicht.

Eine Veranstaltung zum Thema mit der Gießener Frauenärztin Kristina Hänel, die in einem ähnlichen Fall zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, findet am Montag, 9. April, 19 Uhr im Saal der Volkshochschule, Wilhelmshöher Allee 19-21, statt. 

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