Kommentar zu den Schwimmbad-Plänen in Niestetal: Hut ab vor Kurswechsel

In Niestetal soll als Ersatz für das marode Wichtelbrunnenbad ein Hallenbad gebaut werden. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteur Holger Schindler.

In Niestetal soll es weiter ein Familienbad geben. Dies hat die SPD-Fraktion in der Vergangenheit mehrfach klar formuliert. Doch bei der Finanzierung gab es bisher nur Fragezeichen. Nun ist die Katze aus dem Sack, und die Sozialdemokraten überraschen mit unkonventionellen Vorschlägen.

Nicht linientreu war schon das Vorgehen: Die Mehrheitsfraktion will die Niestetaler breit beteiligen und legt die Entscheidung durch Bürgerbegehren und Bürgerentscheid letztlich in die Hand der Einwohner.

Aber auch inhaltlich zeigt sich, dass die SPD über den eigenen Schatten springt. So sollen die Eintrittspreise – moderat – erhöht werden. Die Gemeinde will den Badeteich in die ehrenamtlichen Hände eines Vereins geben. Und im Rathaus sollen Stellen reduziert werden.

Letzteres hatte die CDU-Opposition seit Jahr und Tag gefordert und war dabei auf den erbitterten Widerstand der SPD gestoßen. Dort hat nun ein Umdenken stattgefunden. Häme ist hier unangebracht, der Sinneswandel zeigt vielmehr, wie viel der SPD an dem weit über Niestetal hinaus geschätzten Familienbad gelegen ist. Hut ab vor diesem Kurswechsel.

Und bei seiner Einschätzung, dass die Gemeinde sich ein Hallenbad leisten kann, dürfte der Bürgermeister richtig liegen. Schließlich gibt es das Wichtelbrunnenbad seit 40 Jahren, also schon Jahrzehnte bevor die Solarfirma SMA ihren warmen Geldregen über die Gemeinde rieseln ließ.

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