Gemeinde: Wird begrünt

Lärmschutzwand in Heiligenrode erhitzt die Gemüter

Kahl und wuchtig: Die neue Lärmschutzwand steht, laut Gemeinde soll sie komplett begrünt werden. Dirk Graß, der hier seine Hunde Kira und Kelly Gassi führt, findet die Mauer zu groß. Fotos: Schindler

Niestetal. „Jetzt haben wir auch in Heiligenrode unsere Klagemauer", sagt ein Anwohner, der hinter der neuen Lärmschutzwand neben der Straße „An der Autobahn" wohnt. Auf einer Länge von 200 Metern ragt die Wand bis zu vier Meter hoch in den Himmel. Bei den Menschen im Dorf ist sie umstritten.

„Ich will nicht klagen“, setzt der Rentner fort, „der Lärmschutz funktioniert schon, die Bagger hören wir hier nicht mehr.“ Trotzdem hätte er erwartet, dass die Gemeinde „etwas Eleganteres hinstellt“, sagt er dem HNA-Reporter.

Innerhalb von gut zwei Wochen wurde die Lärmschutzwand errichtet; sie hat offenbar viele Einwohner mit ihren Dimensionen überrascht. Die Wand ist unten 1,20 Meter breit und verjüngt sich oben auf 0,80 Meter. Sie besteht aus Stahlmatten mit Vlies und ist mit Erde gefüllt.

So nackt und kahl, wie die Wand jetzt erscheint, ist sie wahrlich kein Augenschmaus. „So bleibt es aber nicht, um Gottes willen“, sagte Bauamtsleiter Peter Lieder auf Anfrage der HNA. Die Wand werde noch in diesem Jahr bepflanzt. Entstehen soll eine immergrüne Wand mit einem Anteil von zehn Prozent an integrierten Blühpflanzen. Hinter Efeu, Clematis und Wildem Wein soll die Mauer verschwinden. „Das wird ganz nett aussehen“, ist sich Lieder sicher - allerdings erst ab dem Frühjahr.

Gelassen äußert sich ein anderer Anwohner: „Das wird noch besser werden, wenn es gepflanzt ist.“ Die Schutzwand sei das kleinere Übel.

Mit 200.000 Euro schlägt das Bauwerk im Gemeindehaushalt zu Buche. Die Gemeinde musste die Lärmschutzwand errichten, um die Anwohner zu schützen, erläutert Bauamtsleiter Lieder. Denn die relativ ruhige Straße „An der Autobahn“ werde durch den Umbau zu einem viel befahrenen Zubringer ins Gewerbegebiet Sandershäuser Berg mit der großen SMA-Produktionshalle.

Die Gemeinde hatte ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben. „Wir haben das Optimale gemacht, was der Gutachter empfohlen hat“, meint Lieder.

Von Holger Schindler

Fotos von der Mauer

Lärmschutz in Heiligenrode

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