Vertrag mit Investor

Land hält an Windpark Sensenstein fest

200 Meter hohe Rotoren: Das Land Hessen hält an den Plänen für einen Windpark am Sensenstein fest. Unser Bild zeigt die neuen Windräder in der Söhre. Archivfoto: Schmidt / Aibotix / nh

Niestetal/Nieste. Das Land Hessen hält am geplanten Windkraftstandort Sensenstein zwischen Heiligenrode und Nieste fest. Es bestehe ein Vertrag mit einem Investor, „den das Land zu erfüllen hat", teilte die Sprecherin des hessischen Umweltministeriums mit.

Die Hessische Landgesellschaft (HLG), eine hundertprozentige Tochter des Landes, frühere Domänenflächen am Sensenstein an einen privaten Investor verpachten, der dort einen Windpark mit acht bis zu 200 Meter hohen Windrädern errichten will. Der Investor sei über ein öffentliches Interessensbekundungsverfahren gefunden worden, so Annette Zitzer weiter.

Der Investor habe ein Gutachten über die zu erwartenden Windstärken am Sensenstein erstellen lassen. Dieses Gutachten habe „ausreichend hohe Windgeschwindigkeiten ergeben“, so die Ministeriumssprecherin weiter.

Die betroffenen Flächen seien in den Regionalplänen 2000 und 2009 als Windvorrangflächen ausgewiesen gewesen. Im ersten Entwurf des neuen Regionalplans, der sich gerade in der Aktualisierung befindet, waren sie nach einer Erhöhung der Zielvorgaben durch das Land nicht mehr als Windvorrangflächen verzeichnet. Man gehe davon aus, „dass die Flächen auch im neuen Regionalplan als Windvorranggebiete aufgenommen werden“, so die Ministeriumssprecherin weiter. Der Regionalplan soll im Februar 2015 offen gelegt werden, das heißt, die Bürger können sich dann dazu äußern.

Die Auseinandersetzung über die durchschnittlichen Windstärken am Sensenstein wird bereits seit Jahren kontrovers geführt. Nach der Expertise des TÜV Süd, die nicht auf Messungen, sondern auf mathematischen Modellrechnungen basierte, wird die vom Land geforderte Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Meter Höhe hier nicht erreicht. Auch die Kasseler Städtischen Werke, die in unmittelbarer Nähe bei Windhausen mit einem 100 Meter hohen Messmast ein Jahr lang die Windwerte erhoben haben, gehen von einer Unterschreitung aus und bliesen daher einen eigenen geplanten Windpark an dieser Stelle ab. Das Gutachten des Investors - um wen es sich dabei handelt, ist bisher nicht bekannt - kommt nun offenbar zu einem anderen Ergebnis.

Die Sprecherin des Umweltministeriums weist darauf hin, dass die betroffenen Kommunen und Bürger frühzeitig in Gesprächsrunden zu den Windparkplänen am Sensenstein beteiligt worden seien. „Die Resonanz seinerseits war positiv“, so Annette Zitzer. Im Übrigen sei eine Beteiligung von Bürgern und Kommunen an dem Windpark Sensenstein vorgesehen.

Von Holger Schindler

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