"Es gibt einen großen Interessenten"

Letzte Fläche am Sandershäuser Berg wird bald bebaut

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Bald keine Wiese mehr: Die Fläche in der Nachbarschaft des SMA-Servicecenters wird verkauft und bebaut.

Niestetal. Lange hatte es den Anschein, als entwickele sich die 14 370 Quadratmeter, mithin zwei Fußballplätze große Fläche im Gewerbegebiet Sandershäuser Berg bei Niestetal zum Ladenhüter. Das soll sich jetzt ändern.

Denn außer dem Areal, das zwischen dem Servicecenter des Solartechnikherstellers SMA und der Freiland-Solaranlage der Städtischen Werke Kassel liegt, hat die Gemeinde Niestetal inzwischen alles verkauft. 13 Hektar Land (das entspricht 17 Fußballplätzen) hatte SMA erworben, um darauf eine weitere Fabrik zu errichten. Die Solarkrise durchkreuzte die Pläne jedoch, jetzt liegt das einem Hochplateau gleichende Areal brach.

In direkter Nachbarschaft wurde die Gemeinde mit der Spedition Schmelz (Kassel/Niestetal) handelseinig. Sie betreibt unmittelbar an dem zentralen Kreisel eine weitere Betriebsstätte.

Peter Lieder

Nach langen Verhandlungen zeichnet sich jetzt aber auch für die letzte verbliebene Fläche eine Lösung ab. Wie Bauamtsleiter Peter Lieder am Mittwoch auf HNA-Anfrage erklärte, gibt es „einen großen Interessenten“. Es handele sich um „ein überregional tätiges Unternehmen“. Die Branche will Lieder unter Verweis auf die noch ausstehende Vertragsunterschrift nicht nennen. Er geht aber davon aus, dass sich beide Seiten zeitnah einigen werden. Von ihrem ursprünglichen Plan, die Fläche komplett an einen einzigen Investor zu verkaufen, ist die Gemeinde abgerückt. „Der Interessent braucht nur die Hälfte“, sagte Lieder. Deshalb plant man im Rathaus nun mit folgender Lösung: Der Investor kauft die hintere, an der Autobahn 7 gelegene Hälfte des Grundstücks. Erschlossen wird das Areal über eine Stichstraße von der Hermann-Scheer-Straße aus.

Links und rechts der Erschließungsstraße können sich dann weitere Firmen ansiedeln. „Die Nachfrage nach kleineren Grundstücken besteht, es gibt Interessenten aus Niestetal und darüber hinaus“, sagte der Bauamtsleiter. Der Quadratmeterpreis für voll erschlossene Gewerbeflächen am Sandershäuser Berg liegt bei 60 Euro. Insgesamt hatte die Erschließung 13 Mio. Euro gekostet.

Hintergrund

Parallel zur Vermarktung der restlichen Flächen am Sandershäuser Berg prüft der Zweckverband Raum Kassel in einer Studie die mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets. Die Expertise liege vor, die Endredaktion laufe, sagte der Chef des Stadt-Umland-Verbands, Dirk Stochla, auf HNA-Anfrage. Im Sommer soll die Studie der Verbandsversammlung zur Beratung vorgelegt werden. In dem Papier, zu dessen Ergebnissen sich Stochla noch nicht äußern wollte, werden Voraussetzungen und Folgen einer Erweiterung auf dann insgesamt 126 Hektar (einschließlich naturschutzrechtlicher Ausgleichsflächen) beleuchtet. Auch ein A7-Anschluss für das Gewerbegebiet wird geprüft. Für eine Erweiterung gelten laut Regionalplan zwei nicht verhandelbare Bedingungen: 1. Die Erweiterung ist erst möglich, wenn das Gewerbegebiet Langes Feld in Kassel-Niederzwehren erschöpft ist. 2. Die Erweiterung muss interkommunal erfolgen.

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