Naturidylle statt Verkehrsstress

Mehr Sicherheit: Neuer Radweg zwischen Heiligenrode und Uschlag geplant

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Schwachpunkt der neuen Radlerpiste: Der Radweg soll auf dem vorhandenen Wirtschaftsweg befestigt werden, der außerhalb der Ortslage auf die viel befahrene Landesstraße mündet. Dort müssen Radfahrer die Straße überqueren, um am Schützenhaus auf den Weg nach Uschlag zu gelangen. Die Gemeinde will sich für deutliche optische Warnhinweise auf der Straße einsetzen.

Niestetal. Eine gefährliche Radwegelücke zwischen Heiligenrode und Uschlag wird nun geschlossen. Die Gemeinde rechnet damit, dass der Radweg Anfang Oktober befahrbar sein wird.

Wer als Radler auf der Niestetalstraße in Heiligenrode nach Uschlag unterwegs ist, kann leicht in Stress geraten. Die Landesstraße ist viel befahren und Pedalritter müssen ständig auf einbiegende Autos aus den Seitenstraßen achten. Doch Forderungen nach dem Bau eines separaten Radwegs scheiterten viele Jahre am fehlenden Geld und vergeblichen Zuschussanträgen. Doch nun ist es endlich soweit: Voraussichtlich noch diesen Monat startet der Bau einer 2,50 Meter breiten und gut einen Kilometer langen, asphaltierten Radlerpiste zwischen der Straße „Am Sportplatz“ und dem Schützenhaus jenseits der Ortslage in Richtung Uschlag. Die Gemeinde rechnet damit, dass der Radweg bereits Anfang Oktober befahrbar sein wird.

Geplanter Radweg zwischen Heiligenrode und Uschlag

Am Montag hat der Magistrat die Auftragsvergabe beschlossen. Das Bauprojekt stellt nach den Worten von Niestetals Fachbereichsleiter Peter Lieder einen Lückenschluss der Radwegeverbindung zwischen Heiligenrode und dem niedersächsischen Uschlag dar. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf gut 326 000 Euro. Davon übernehme das Land Hessen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz maximal 70 Prozent, berichtet Lieder. Den Rest, also etwa 99 000 Euro, muss Niestetal selbst stemmen.

Weg ist nicht breit genug

Bisher müssen Radfahrer ohne eigene Spur die Niestetalstraße befahren. Östlich der Ortslage gebe es zwar einen kombinierten Fuß- und Radweg, der zum Schützenhaus führt. „Dieser ist aktuell jedoch nicht ausreichend breit“, erläutert Lieder. Die geplante Radfahrertrasse wird am Rand des Sportplatzes Heiligenrode vorbeiführen, ein Stück über das Gelände der Bäckerei Apel verlaufen. Danach folgt der neue Weg dem Lauf der Nieste und der Trasse eines derzeit noch unbefestigten Wirtschaftswegs, um dann die Landesstraße nach Uschlag in Richtung Schützenhaus zu kreuzen. Ab dem Schützenhaus ist ein separater Radweg entlang der Nieste bereits vorhanden. „Der Radweg wird nicht nur hohe Sicherheit und Komfort bieten, er wird aufgrund seiner Führung parallel zur Nieste auch ausgesprochen attraktiv sein“, so Lieder.

Trasse mit Schwachstelle

Ursprünglich waren vier alternative Trassenführungen im Gespräch. Die jetzige Strecke habe sich als die optimale herausgestellt, weil sich der Grunderwerb im verträglichen Rahmen halte und keine naturschutzrechtlichen Probleme entstünden, sagt Lieder. Eine Schwachstelle sei allerdings die Überquerung der Landesstraße. Hier wünsche sich die Gemeinde mehr als nur Hinweisschilder auf querende Radfahrer. Da werde man mit der Straßenbehörde Hessen Mobil über weitergehende Schutzmaßnahmen verhandeln, sagt der Bauamtsleiter.

Kommentar: Hartnäckig bleiben

Peter Ketteritzsch über den Radweg:

Rund 1,1 Kilometer lang ist die Lücke im Radweg zwischen Heiligenrode und Uschlag. Das hört sich erstmal nicht besonders beeindruckend an. Für die Radfahrer, die die Strecke durch das Nieste-Tal nutzen, bedeutet der Lückenschluss allerdings 1100 Meter mehr Sicherheit. Denn bislang müssen sie wohl oder übel auf der Niestetalstraße fahren. Zahlreiche Radfahrer wissen von brenzligen Situationen zu berichten. Es grenzt an ein Wunder, dass es nicht schon häufiger zu schweren Unfällen gekommen ist.

Eine weitere Gefahrenstelle wird durch den Lückenschluss zwischen Heiligenrode und Uschlag allerdings nicht beseitigt: Am Parkplatz Schützenhaus müssen die Radfahrer die Niestetalstraße überqueren. Auch an dieser Stelle muss gehandelt werden.

Die beste Lösung wäre zweifelsohne ein Tempolimit, ergänzt um Warnhinweise auf den Radverkehr. In den Verhandlungen mit Hessen Mobil muss die Gemeinde Niestetal hartnäckig bleiben. Kommen Tempolimit und Warnhinweise nicht, bleibt die Verbindung lückenhaft. Denn dann fehlt weiterhin ein großes Stück Sicherheit.

Kontakt: ket@hna.de

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