115 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Niestetaler Stanz- und Presswerk Lindner vor Insolvenz gerettet

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Hier soll unter dem Namen LSK Stanz- und Presswerk Lindner GmbH weiter gearbeitet werden: Der Standort des Unternehmens in Niestetal.

Niestetal. Das Stanz- und Presswerk Lindner ist gerettet. Das Unternehmen, das im September 2017 Insolvenz beantragt hatte, „hat einen neuen Investor gefunden“.

Das teilte Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin mit. Durch die Übertragung des Betriebes auf eine neu gegründete Gesellschaft mit dem Namen LSK Stanz- und Presswerk Lindner GmbH sollen alle 115 Arbeitsplätze in Niestetal und Gudensberg erhalten werden.

Gesellschafter und Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft ist der Münchner Privatinvestor Christoph Freiherr von Wangenheim. „Die Geschäftsführung setzt auf eine gute und enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und den größtenteils langjährigen Mitarbeitern“, sagt von Wangenheim. Gerade in den Monaten der Insolvenz und trotz entsprechender Verunsicherung hätten sich diese außerordentlich engagiert und dem Unternehmen verbunden gezeigt.

Investor will mehr Personal einstellen

Die bisherige Produktpalette solle den Kunden auch weiterhin zur Verfügung stehen, so von Wangenheim. Ein verstärktes Augenmerk solle auf den Bereich Engineering gelegt werden. Dabei gehe es darum, mehr als reine Fertigung nach Kundenplänen zu bieten und auch Verantwortung für die Konstruktion von Bauteilen und -serien anzubieten. Der Investor beabsichtigt, neben baulicher Modernisierung auch, das Unternehmen langfristig wieder durch hoch qualifiziertes Fachpersonal zu vergrößern, um die Position am Markt zu stärken.

Das Stanz- und Presswerk Lindner wurde vor 60 Jahren gegründet und war ein stets eigentümergeführter Komplettanbieter für Blechbearbeitung und Stanz-Biegeteile in Niestetal und Gudensberg. Der Jahresumsatz 2017 betrug 15,7 Millionen Euro. In Schieflage war die Firma nach dem Tod des langjährigen Geschäftsführers Uwe Linder 2013 geraten. „Danach war ein Umsatzrückgang zu verzeichnen. Das Management hat dann nicht rechtzeitig reagiert und keine Umstrukturierungen vorgenommen“, erklärt Rüdlin.

Nach der Insolvenzantragstellung Ende September 2017 hat Rüdlin den Geschäftsbetrieb fortgeführt. Mit Unterstützung eines erfahrenen Produktionsleiters der Firma Sy.con, der als technischen Leiter für den operativen Betrieb fungiert, habe sie eine Unternehmensanalyse vorgenommen und mit der Umsetzung der Sanierung begonnen. Dadurch sei es gelungen, dass das Unternehmen bereits ab Eröffnung des Verfahrens im Januar 2018 wieder schwarze Zahlen schreiben konnte.

Nachdem der Gläubigerausschuss der Übertragung der Vermögenswerte zugestimmt hatte, erteilte auch die Gläubigerversammlung am 23. August 2018 ihre Zustimmung zur übertragenden Sanierung des Betriebes.

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