Gemeindebrandinspektor zieht positive Bilanz

Nach Austrittswelle: Niestetaler Feuerwehr sieht sich im Aufwind

Neue Fahrzeuge: Thomas Gläser (von links) und sein Chef Ingolf Aust vor dem neuen Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr. Ein Einsatzleitwagen ist auch schon bestellt. Für das von der alten Wehrführung angeforderte Geld habe man zwei statt ein Fahrzeug bekommen, sagt Aust. Foto: Dilling

Niestetal. Nach dem Austritt fast der gesamten Führungsmannschaft und einem Aderlass von 29 Aktiven, die im Groll gegangen sind, scheint die Freiwillige Feuerwehr Niestetal ein Jahr nach dem Eklat wieder Tritt gefasst zu haben. 

Die Wehr verfüge mittlerweile wieder über 53 Einsatzkräfte, sagt der neue Mann an der Spitze, Gemeindebrandinspektor (GBI) Ingolf Aust. „Wir haben eine super Stimmung. Es gibt keinen Streit mehr. Es war ein sehr harmonisches Jahr“, so seine Bilanz.

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Im vergangenen Winter war bekanntlich ein jahrelang schwelender Streit zwischen der damaligen Wehrführung und einer Gruppe in der Wehr, die mit ihr nicht einverstanden war, eskaliert. Dabei ging es auch um ein Alkoholverbot und den Ausschluss eines Feuerwehrmanns.

Der professionell unterstützte Schlichtungsversuch von Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) blieb damals erfolglos. Fast die gesamte Führungsriege und deren Anhänger traten aus.

Zu einer Pflichtfeuerwehr ist es trotzdem nicht gekommen. Zwar schaltete sich die Berufsfeuerwehr Kassel ein, bekamen die Niestetaler Unterstützung von den Nachbarwehren aus Nieste und Kaufungen verordnet. Doch die habe man trotz der 56 Einsätze, die 2013 gefahren wurden, nicht in Anspruch nehmen müssen, sagt Aust, der vor Kurzem die abschließende Qualifikation zum Gemeindebrandinspektor erworben hat. Inzwischen helfe man sogar in Nieste aus.

Der schnelle Neuaufbau der Wehr sei durch eine große Zahl von Neueintritten und viele Fachlehrgänge gelungen, berichtet der GBI. Acht Mitarbeiter von SMA hätten sich spontan bereit erklärt, mitzuhelfen und seien auch jetzt noch dabei. „Wir haben viele Quereinsteiger gewonnen. Es hat sich ein gewisser Gemeindepatriotismus gezeigt“, fügt Aust hinzu.

Von Peter Dilling 

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