1,85 Mio. Euro im Minus

Nach schwerer SMA-Krise: Niestetal erholt sich allmählich

Bürgermeister Siebert hat jetzt den Haushaltsentwurf 2016 eingebracht. Ein gewisses Defizit nimmt er in Kauf, „um Niestetal in vernünftigen Schritten konsolidieren zu können“. Archivfoto: nh

Niestetal. Fast schon macht es den Eindruck, Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) hat richtig Spaß am Konsolidieren gefunden.

Fünf Jahre nach der schweren SMA-Krise und dem Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen von einst 38 Mio. (2010) auf nur noch 2,2 Mio. Euro jährlich (seit 2013), „sind wir auf einem guten Weg", sagt Siebert. „Wir müssen Sparen, aber es gelingt uns die Attraktivität und das Sozialgefüge Niestetals zu erhalten."

Und so ist er denn auch zufrieden mit dem neuen Haushaltsentwurf 2016, dem inzwischen vierten mit einem Minus vor dem Jahresergebnis seit der SMA-Krise. Dennoch: Das jetzt veranschlagte Defizit von 1,85 Mio. Euro - bei 19,65 Mio. Euro Einnahmen und 21,5 Mio. Euro Ausgaben - war seit SMA nicht mehr so klein. Und es kann noch locker von gebildeten Rücklagen aufgefangen werden. Tatsächlich hat Niestetal noch über 19 Mio. Euro in Reserve. Mit anderen Worten: Die Gemeinde kann noch gut neun Jahre so weitermachen, ohne unter ein Haushaltssicherungskonzept zu fallen.

„Sparen und Investieren“ 

Andreas Siebert

„Das geht natürlich nur mit der Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung“, sagt Siebert. Sie berücksichtige alle Bereiche und Möglichkeiten, aber eben so, dass kein reeller Schaden an der Gemeinde entstehe. Anders gesagt: Siebert will sparen und investieren. Er will die Gemeinde auch in Zukunft noch als attraktiven Wohnort vor allem für Zuzügler wie junge Familien verkaufen können.

Und so will er unter anderem das Gelände „Umspannwerk Bergstraße“ kaufen und entwickeln, den Stützpunkt der Feuerwehr ebenso schrittweise sanieren wie die Mehrzweckhalle, er will einen Spielplatz am Eichberg bauen, einen Parkplatz am Sportplatz Sandershausen und ein Radweg von der Nieste rüber zum Schützenhaus Heiligenrode.

Auch schreckt er nicht vor einem möglichen Neubau des Wichtelbrunnenbades zurück, was die Gemeinde immerhin 6,5 Mio. Euro kosten würde. Am 8. November findet hierzu bekanntlich ein Volksentscheid statt. Siebert selbst will den Neubau.

Er ist sicher, dass sich solche Investitionen für Niestetal langfristig rechnen werden. Er ist sich sogar so sicher, dass er für 2016 sogar die Abwassergebühren senken will. Auch an Steuererhöhungen denkt er nicht. Und ob der aktuelle SMA-Aufschwung möglicherweise irgendwann wieder Geld in die Gemeindekasse spülen wird - mit solchen Gedanken will er erst gar nicht arbeiten.

Der Haushaltsentwurf 2016 liegt nun den Fraktionen vor und geht jetzt durch die Ausschüsse. Zur Abstimmung kommt es im Dezember.

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