Gute Chancen für Martina Werner

Europawahl: Niestetalerin wird als SPD-Bewerberin  nominiert

Wahrscheinlich bald Abgeordnete: Für die SPD-Politikerin Martina Werner aus Niestetal stehen die Chancen gut, bei der Wahl am 25. Mai einen Sitz im Europaparlament zu erringen. Archivfoto: Zgoll

Niestetal. Als Vize-Vorsitzende an der Seite von Manfred Schaub ist Martina Werner seit Jahren eine feste Größe in der nordhessischen SPD. Außerhalb der Partei ist die zierliche Frau aus Niestetal aber vielen noch unbekannt.

Das dürfte sich in den nächsten Monaten ändern. Am kommenden Sonntag werden für die 51-Jährige in Berlin die Weichen für eine Karriere als Profi-Politikerin gestellt. Am Rande ihres Bundesparteitags verabschieden die Genossen ihre Kandidatenliste für die Europawahl. Die nordhessische SPD stellt neun der insgesamt 200 Delegierten.

Für die Diplom-Ökonomin Werner stehen die Chancen gut, am 25. Mai in das wechselweise in Brüssel und Straßburg tagende Parlament einzuziehen.

Auf der vorläufigen bundesweiten Kandidatenliste der SPD steht die gelernte Hotelkauffrau auf Platz 16. Zum Vergleich: Bei der letzten Europawahl im Jahr 2009 schafften 23 deutsche Genossen den Sprung ins Parlament. Und das, obwohl die SPD mit 20,8 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis einfuhr.

„Ich bin entspannt“, sagte Werner im Gespräch mit der HNA. Sie weiß: Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sie am 25. Mai leer ausginge. „Meine Perspektiven sind gut“, so die kinderlos verheiratete Frau aus Sandershausen, deren parlamentarische Erfahrung sich bislang auf die Gemeindevertretung ihrer Heimatgemeinde Niestetal beschränkt. Ihren Sitz will sie behalten, auch wenn sie künftig viel unterwegs sein wird - in Europa und in ihrem Wahlkreis, der ganz Nord- und Teile von Osthessen umfasst. Gegenwärtig macht sich die Kandidatin dort bekannt.

In die Wahlkreisarbeit, das kündigte Werner bereits im vergangenen Jahr an, will sie mehr Zeit investieren als die scheidende Europaabgeordnete Barbara Weiler. Die Fuldaerin ließ sich in den vergangenen Jahren nur vergleichsweise selten in Kassel und Umgebung sehen. Um für die Region etwas herauszuholen, will die Noch-Mitarbeiterin des Landkreises Kassel eng mit wichtigen Institutionen wie dem Regionalmanagement und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft zusammenarbeiten.

Und sie möchte etwas dagegen tun, dass die Europäische Union und ihre Institutionen auch von vielen Menschen in Nordhessen als anonym und fern wahrgenommen werden. „Ich will erreichen, dass Europa in Gestalt meiner Person ein Gesicht bekommt.“

Von Peter Ketteritzsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.