Wohngruppe in Sandershausen betreut minderjährige Asylsuchende

Engagiertes Team: Nicole Ehrich-Gärtner (von links), Frauke Leonhäuser, Hariye Bilgin, Hauswirtschafterin Doris Kobbe, Rebecca Petzelt, Lore Semmler und Harald Recke sowie (vorn) Kamil Kern und Natalia Glaza begrüßten die Gäste. Foto: Oschmann

Neun Flüchtlinge im Alter von 16 und 17 Jahren haben im einstigen Pfarrhaus an der Schillingsgasse in Sandershausen eine Unterkunft gefunden.

Sie kommen aus Somalia, Eritrea, Syrien, Afghanistan, Albanien, Iran und Irak und sind sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF).

Die meisten der jugendlichen Flüchtlinge haben irgendwo in Deutschland familiäre Kontakte, werden jedoch zunächst nach Zuweisung der Behörden untergebracht. Stadt und Landkreise müssen im Rahmen der Jugendhilfe eine festgelegte Quote von minderjährigen Asylsuchenden unterbringen. Ihre Zahl steigt an.

Träger der neuen Wohngruppe, die mit einem bunten Sommerfest eröffnet wurde, ist die diakonische Einrichtung Stiftung Beiserhaus mit Sitz in Knüllwald. Zusammen mit Jugendamt und Kirchengemeinde kam sie überein, das 200 Quadratmeter große Pfarrhaus als Flüchtlingsunterkunft anzubieten.

Die Stiftung schloss einen Mietvertrag über 28 Monate, zahlt monatlich 1300 Euro Miete und sanierte das aus den 70er-Jahren stammende Gebäude für rund 100.000 Euro.

In dem nun hellen, freundlich gestalteten Haus mit drei Doppelzimmern und drei Einzelzimmern sowie großem Wohn-/Essraum sollen die Jugendlichen aus Kriegs- und Krisengebieten, die in ihren Heimatländern und auf der Flucht oft traumatisierende Erlebnisse hatten, zunächst einmal ankommen und Schutz, Ruhe und Orientierung finden, wie Stiftungsdirektor Harald Recke erklärt.

Betreut werden sie rund um die Uhr im Schichtdienst von einem fünfköpfigen Team von Erziehern und Sozialpädagogen, auch eine Hauswirtschafterin ist im Einsatz.

Kennenlernen des neuen Alltags, der Menschen und ihrer Lebensweise, erste Kontakte finden, Hilfe bei Behördengängen, Arztbesuchen, die deutsche Sprache lernen, aber auch die Fluchterlebnisse verarbeiten, mit Heimweh und Ängsten zurechtkommen, das sind die Herausforderungen beim Start ins neue Leben, den die jungen Flüchtlinge mithilfe ihrer Betreuer in der Wohngruppe meistern sollen. Zählen dürfen sie dabei wohl auch auf die Unterstützung der Nachbarschaft, denn diese wurde vorher informiert und einbezogen und zeige sich offen und freundlich gegenüber den neuen Mitbürgern, wie Recke und das Team berichten. Oberstes Ziel jetzt: Die Jugendlichen sollen so schnell wie möglich Deutsch lernen, in die Schule gehen, dann Ausbildung oder Beschäftigung auf dem freien Markt finden. Der nächste Schritt in die Selbstständigkeit könnte dann betreutes Wohnen sein, sagt Recke.

Von Sabine Oschmann

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