12.000 Quadratmeter großes Gelände

Neuenhagen-Areal in Niestetal: Nutzung offen

Was soll auf dem Grundstück passieren? Das frühere Autohaus Neuenhagen in Niestetal-Heiligenrode liegt seit Jahren weitgehend brach. Was aus dem Sahnestück in Ortsmitte werden soll, ist unklar. Der Bebauungsplan lässt nur Einzelhandel zu. Archivfoto: Stier

Niestetal. Mitten in Heiligenrode liegt das frühere Firmengelände des Autohauses Neuenhagen seit Jahren weitgehend brach.

Im vergangenen August wechselte das Areal zum großen Teil den Eigentümer. Doch getan hat sich auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände seither nichts. Was ist geplant, was soll mit dem Sahnestück im Ortszentrum geschehen? Die Beteiligten halten sich bisher bedeckt. Haki Miftari (Kassel), der den Großteil des Komplexes bei der Zwangsversteigerung erworben hat, will sich noch nicht über seine Pläne äußern.

Die Kasseler Bank, die die Immobilie als Gläubigerin nach der Neuenhagen-Insolvenz 2008 besaß, teilte der HNA auf Anfrage mit: „Das Thema ist für uns erledigt, wir haben damit nichts mehr zu tun.“

Haki Miftari, der mit seinem Bruder seit 2008 einen Teil des Geländes für das Autohaus GM Top Cars nutzt, hatte nach dem Kauf angekündigt, das Gelände zunächst für eigene Zwecke verwenden zu wollen. Das Autohaus benötige eine Werkstatt.

Kfz-Handel ausgeschlossen 

Ob diese Nutzung eine längere Zukunft haben wird, ist zumindest zweifelhaft. Denn laut Bebauungsplan ist auf dem Neuenhagen-Grundstück nur Einzelhandel zugelassen. Das haben die Gemeindevertreter im Jahr 2010 eindeutig festgelegt. Sie wollten die Nahversorgung im Ortszentrum verbessern.

Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) bestätigte die Festlegungen des Bebauungsplans: „Außer Einzelhandel ist hier nichts zulässig“, sagte der Verwaltungschef auf Anfrage der HNA. Kfz-Handel sei genauso ausgeschlossen wie eine Wohnbebauung. Auch die Bauaufsicht verweist auf den Bebauungsplan: „Ein Investor kann hier alles machen, was im Bebauungsplan steht. Wenn er etwas anderes machen will, dann müssen wir einschreiten“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn der HNA.

Im Bebauungsplan, auf der Homepage der Gemeinde nachlesbar, sind die Nutzungsmöglichkeiten klar definiert. „Das Sondergebiet Nahversorgung dient vorwiegend der Unterbringung von Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben für die Wohngebietsversorgung“, steht dort geschrieben. Aufgelistet werden Läden für Lebensmittel, Getränke, Backwaren, Drogeriewaren, Arzneimittel, Bürobedarf, Zeitschriften, Blumen, Tierfutter, Unterhaltungselektronik, Textilien und Schuhe. Zugelassen sind außerdem Ärzte, Friseur, Reinigung, Fahrschule und Geldinstitute.

„Ich wünsche mir, dass der unschöne Zustand beendet und das Gelände bald bebaut wird“, sagte Bürgermeister Siebert. Der Ortskern von Heiligenrode brauche eine vernünftige Nutzung. Mit dem neuen Eigentümer Miftari stehe man in engem Dialog.

Von Holger Schindler

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