Nieste bald wieder mit natürlichem Verlauf

Hochwasserschutzanlage und Umbettung kosten 975.000 Euro

Kein Durchgang: Während der Bauarbeiten sind die Wiesen für Spaziergänger und Hundebesitzer gesperrt.

Ein 70 Zentimeter hoher Wall wird derzeit auf den Wiesen zwischen der Nieste und der Heiligenröder Straße in Sandershausen errichtet. Der Bau der Hochwasserschutzanlage kostet 975.000 Euro und soll verhindern, dass die Nieste, wie im vergangenen Jahr, über die Ufer tritt.

Niestetal. Die Wiesen zwischen der Nieste und der Heiligenröder Straße in Sandershausen sehen zurzeit aus, als hätten sich dort riesige Maulwürfe ausgetobt. Von der Autobahnbrücke bis zu den Sportplätzen liegen überall große Erdhaufen. Dazwischen tragen die Bagger der Kasseler Baufirma Emmeluth Erdreich ab.

Wo die Oberfläche des bislang landwirtschaftlich genutzten Areals entlang des Fußweges entfernt wurde, sind bereits die Konturen der neuen Hochwasserschutzanlage erkennbar, die gegenüber dem Niestetaler Gemeindezentrum entsteht.

Ein 70 Zentimeter hoher Wall soll verhindern, dass die gemeinhin friedliche Nieste bei einem starken Hochwasser Schäden in den Wohngebieten anrichtet.

Erst im vergangenen Juni hatte sich das eigentlich flache Flüsschen, das im Wald bei Großalmerode entspringt und bei Sandershausen in die Fulda mündet, von seiner unangenehmen Seite gezeigt.

Nur mit Hilfe neuer, schnell zu errichtender Sperren - Plastikbehälter, die mit Wasser gefüllt werden - konnten die Helfer von Gemeinde und Freiwilliger Feuerwehr damals Schlimmeres verhindern.

Der kleine Deich, der nun angelegt wird, ist in dem neuen Hochwasserschutzkonzept allerdings nur das letzte Mittel. In erster Linie setzt die Gemeinde nach Auskunft von Bauamtsleiter Peter Lieder nämlich auf Vorbeugung.

Um die Gefahr des Wassers zu bannen, erhält die Nieste ihr natürliches Flussbett zurück. Sie wird künftig meandern, also in Schleifen durch die Wiesen fließen. Zudem wird laut Lieder eine große Flutmulde ausgebaggert. In der künstlichen Senke kann eine große Menge Wasser zwischengespeichert werden.

„Mit den Baggern wird das Gelände modelliert“, sagt Lieder. Wenn die Arbeiten beendet sind - gerechnet wird mit einer Bauzeit von rund zehn Wochen - steht das Gelände wieder allen offen. Zurzeit sind die Wiesen für Spaziergänger und Hundebesitzer tabu - auf Schildern bittet die Baufirma um Verständnis für die Sperrung.

Ein Wegenetz wird die umgestaltete Fläche später übrigens nicht durchziehen. Die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Kassel hat der Gemeinde nämlich lediglich einen Weg zwischen der Autobahnbrücke und dem Naturerlebnisbad zugestanden.

Von Peter Ketteritzsch

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