Niestetal: Kritik an Dauer-Baustelle in Hannoverscher Straße

Schon wieder ein Halteverbot und erschwerter Zugang zu den Geschäften: Apotheker Karl-Heinz Krebs beklagt häufige Behinderungen durch Baustellen in der Hannoverschen Straße und fehlende Bürgernähe. Foto: Wohlgehagen

Niestetal. „Keiner nimmt uns mit ins Boot“, das Verhalten grenze an Willkür, sagt Karl-Heinz Krebs.

Der 63-jährige Inhaber der gleichnamigen Apotheke an der Hannoverschen Straße in Sandershausen kritisiert die auf Monate verteilten Bauarbeiten vor den Geschäften und die aus seiner Sicht mangelnde Kommunikation der Gemeinde mit den Bürgern. Seit Oktober werde gebuddelt: Erst wurden neue Wasserleitungen und Kanalanschlüsse verlegt, dann folgte eine Erneuerung der Gasversorgung. Vor einer Woche ist nun die Tiefbau-Firma Emmeluth angerückt, um im Gehweg vor den Geschäften neue Stromleitungen einzubringen. Die Betroffenen denken schon jetzt an die vermutlich noch größeren Belastungen durch die bevorstehende Komplettsanierung der Hauptstraße von Sandershausen. Wie wir berichteten, soll der Startschuss für die Erneuerung der Landesstraße in gut zwei Monaten erfolgen. Außerdem plant die Gemeinde Niestetal, kurz vor dem Sanierungsbereich in Höhe der Abbiegung nach Heiligenrode einen Verkehrskreisel bauen zu lassen.

Karl-Heinz Krebs ist auf das Rathaus nicht gut zu sprechen: „Man nimmt uns immer wieder die Pkw-Stellplätze, ohne Alternativen anzubieten.“ Das totale Halteverbot ist das Kernproblem für die Geschäftsleute. Sogar am Samstag, als auf der Baustelle nicht gearbeitet wurde, seien die Stellplätze nicht freigegeben worden. Bis zu 20 Prozent seiner Kundenfrequenz habe er eingebüßt, sagt der Apotheker. Mitbewerber verfügen dagegen über genügend Parkmöglichkeiten.

Grundsätzlich werde die Komplettsanierung der Hannoverschen Straße von den Anwohnern der Straße begrüßt. Krebs kritisiert aber die allenfalls kurzfristigen oder fehlenden Informationen.

Eine Bürgerversammlung sei überfällig. Die Anwohner hätten ein Recht darauf, über die Pläne für beide Straßenbaumaßnahmen und über den Umfang der zu erwartenden Beeinträchtigungen informiert zu werden.

Für den Verkehrskreisel gebe es zurzeit noch keine konkreten Pläne, die man vorstellen könne, sagte der stellvertretende Bauamtsleiter Klaus Goebel der HNA. Das Ordnungsamt wolle aber ein Informationsschreiben an die Anwohner über die Behinderungen durch die Bauarbeiten herausgeben.

Das hessische Straßenbaumanagement plant eine gemeinsame Bürgerinformationsveranstaltung mit der Gemeinde vor Beginn der Sanierung der Ortsdurchfahrt. Das kündigte Hessen-Mobil-Sprecher Gerd Bohne auf Anfrage unserer Zeitung an. Ein Termin stehe noch nicht fest. Die Gemeinde Niestetal sei ohnehin mit dem Kanalbau und der Erneuerung der Gehwege an dem Projekt beteiligt, sagte Bohne. (ppw)

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