Parlament stimmte Bauprojekt zu

Niestetal sagt Ja zum neuen Hallenbad

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Auf diesem Grundstück zwischen Bauhof/Feuerwehr und der Autobahnunterführung (im Hintergrund) soll das neue Hallenbad errichtet werden.

Niestetal. Die Weichen für ein neues Hallenbad in Niestetal als Ersatzneubau für das marode Wichtelbrunnenbad sind gestellt: Einstimmig gab die Gemeindevertretung dem Bauprojekt mitsamt der Beantragung von Fördermitteln am Mittwoch grünes Licht.

Wenn alles klappt, wird Niestetal ab dem 31. Dezember 2020 ein neues Hallenbad haben. Doch muss dafür ein ebenso ehrgeiziger wie straffer Zeitplan eingehalten werden. „Dennoch ist das eine Riesenchance für Niestetal“, sagte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD).

Andreas Siebert

Denn immerhin geht es um bis zu 4 Mio. Euro, die der Bund nur dann in Gänze bereitstellt, wenn verschiedene planerische Vorgaben eingehalten werden. Werden diese Vorgaben nicht erfüllt, gibt es Abzüge (siehe Kasten). Doch ist Siebert zuversichtlich, dass alles funktioniert. So wird mit dem heutigen Tag der Fördermittelantrag mitsamt entsprechendem Parlamentsbeschluss beim Bund vorliegen, um Anfang Oktober einen ersten Bewilligungsbescheid mit den daran geknüpften Bedingungen zu erhalten.

Ein zweiter, vertiefender Antrag muss dann bis zum 15. Dezember bei der Oberfinanzdirektion Hessen eingegangen sein, die eng mit dem Bund zusammenarbeitet. Dabei geht es dann schon um ganz konkrete Planungen und die Fragen, was genau in welchen Mengen verbaut wird, und was das alles kostet. Ist alles in Ordnung, könnte dann schon Mitte März 2018 der Bauantrag gestellt werden und im Sommer 2018 die Ausschreibung erfolgen.

Siebert setzt dabei ganz auf den Eigenbetrieb der Gemeindewerke Niestetal. Er übernimmt komplett die technische, kostenkalkulatorische sowie juristische Planung, das Berliner Büro Veauthier erledigt alles Architektonische. Alles soll auf die tatsächlichen Bedürfnisse der späteren Nutzer vor Ort ausgerichtet sein. Diesbezüglich hat es schon ein Treffen mit Vertretern aus Schulen, Kindergärten, den beiden großen Niestetaler Sportvereinen, Kursleitern sowie dem aktuellen Badpersonal des Wichtelbrunnenbades gegeben.

Insgesamt wird die Gemeinde 5,1 Mio. Euro an Krediten aufnehmen müssen, um das neue, insgesamt 11,85 Mio. teure Bad finanzieren zu können. Ohne die Förderung wären es 6,24 Mio. Euro gewesen. Niestetal spart nun also 1,15 Mio. Euro gegenüber der ersten Planung ohne die Förderung. Das besondere dabei: Zwar wird das Bad in seinen Dimensionen nicht unbedingt größer, dafür aber in seiner technischen und energetischen Ausstattung deutlich besser – und vor allen nachhaltiger. Genau 20 Jahre lang muss das neue Hallenbad in all seinen Funktionen halten, was der Gemeinde ebenfalls hilft, Betriebs- und Unterhaltungskosten zu sparen – bis zu 30 Prozent.

Hintergrund

Das neue Hallenbad für Niestetal ist förderfähig, weil es als Ersatzneubau im Rahmen eines Sanierungsvorhabens gilt. In diesem Moment greift das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Mit der Förderzusage seitens des Bundes vom März 2017 war zunächst nur die grundsätzliche Förderfähigkeit gemeint, nicht aber die sofortige Ausschüttung von vier Millionen Euro. Diese Summe fließt nur, wenn bestimmte Auflagen bei der technischen und energetischen Planung erfüllt werden. Dazu zählen unter anderem die Unterschreitung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung um 20 bis 30 Prozent, eine besonders hohe Nutzerfreundlichkeit, besonders flexible Nutzungsmöglichkeiten, die Nutzung alternativer Energien sowie absolute Barrierefreiheit. 

Diese Vorgaben werden sehr rigide gehandhabt. Das heißt: Nur geringe Abweichungen führen zu spürbaren Abzügen bei der Förderung. Beispiel: Es müssen nur die ökologischen Vorgaben nicht 100-prozentig stimmen, schon gibt es Abzüge von 22,5 Prozent. Das Gleiche gilt für andere Merkmale wie Wirtschaftlichkeit und Funktionalität. Die Gemeindewerke Niestetal wie auch das beauftragte Architekturbüro Veauthier müssen daher sehr präzise arbeiten – und schnell.

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