Sitzung am Donnerstag

Niestetal: Steht Neubau des Schwimmbads auf der Kippe?

+
Marode: Das Wichtelbrunnen-Bad in Niestetal an der Hugo-Preuß-Straße ist in die Jahre gekommen. Statt den Bau zu sanieren, hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, ein neues Bad an anderer Stelle zu errichten. 

Niestetal. Wann geht es mit dem Neubau des Schwimmbads endlich los? Diese Frage stellen sich derzeit wohl viele Niestetaler.

Nun informierte uns die CDU-Fraktion, dass es am kommenden Donnerstag eine interfraktionelle Sitzung geben wird, in der es um das Schwimmbad geht: „Warum soll nun wieder die Gemeindevertretung unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den Neubau reden und nicht die Betriebskommission der Gemeindewerke?“, fragt sich deren Fraktionsvorsitzender Erich Schaumburg.

Ende Mai wurde bekannt, dass die Gemeindewerke Niestetal das Architekturbüro Veauthier aus Berlin als Generalplaner für den Neubau des Hallenbads engagiert haben. Mit der Auftragsvergabe sollte rund 1,5 Jahre nach dem Bürgerentscheid der Startschuss für die Planungen gegeben werden, teilten die Gemeindewerke seinerzeit mit. Zunächst sollten Ideen und Vorschläge der Schwimmbadnutzer gesammelt werden.

Für den Bau des Hallenbads, der auf einer Wiese zwischen dem Gemeindezentrum und der A 7 entstehen soll, hatten am 8. November 2015 bei einem Bürgerentscheid 81,2 Prozent für das Projekt gestimmt. „Gibt es ein oder mehrere Probleme?“, fragt sich die Niestetaler CDU und zeigt sich verwundert, da die Einladung durch den Vorsitzenden ohne eine Verwaltungsvorlage erfolgt sei.

Bereits in der Vergangenheit übte die Niestetaler CDU-Fraktion massive Kritik an der Informationspolitik der Gemeinde Niestetal und dem Bürgermeister Andreas Siebert (SPD). Der Streit kochte im Vorfeld des Bürgerentscheids im November 2015 auf. Hintergrund war die Veröffentlichung der bis dato unter Verschluss gehaltenen vorläufigen Schwimmbad-Planung durch die SPD über eine Beilage im Gemeindeblättchen am 15. Oktober 2015 und bei einer Informationsveranstaltung der SPD. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele Briefwähler ihre Stimmen bereits abgegeben.

Die Kosten für das Bad mit einer Fläche von circa 2000 Quadratmeter wurden damals mit 6,24 Millionen Euro angegeben. Zur Finanzierung der von der Kasseler Versorgungs- und Verkehrs GmbH (KVV) errechneten Investitionssumme für den Neubau des Bads inklusive Parkplätzen, Freiflächengestaltung und Grundstück sollte ein Darlehen aufgenommen werden. Mitte März diesen Jahres verkündete die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck, dass der Neubau mit vier Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ gefördert werde, sodass die Gemeinde nur noch ein Darlehen von rund 2,2 Millionen Euro aufnehmen müsste.

Das jährliche Defizit von geschätzten 776 000 Euro, gerechnet auf 25 Jahre, sollte wie folgt ausgeglichen werden: durch die Übernahme des bisherigen Defizits des Wichtelbrunnenbads von 550 000 Euro jährlich aus allgemeinen Deckungsmitteln, die Übertragung des Naturerlebnisbads an einen freien Träger (72 000 Euro jährlich), die Senkung der Personalkosten in der Verwaltung (128 000 Euro jährlich) und Mehreinnahmen durch höhere Eintrittspreise (26 000 Euro jährlich) für das neue Bad.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.