Es sollen bis zu 100 Plätze entstehen

Niestetal will neue Kita in Eigenregie bauen

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Im August vergangenen Jahres liefen die letzten Aufbauarbeiten für die Kita Schwalbennest in Niestetal: Die Einrichtung soll nur temporär auf der Fläche stehen und wurde daher in Container-Bauweise aufgestellt.

Niestetal. Das Niestetaler Parlament will einen Kita-Neubau und hat sich nun doch gegen eine freie Trägerschaft entschieden. Der Standort für das Gebäude ist noch unklar.

Die neue Kita, die in Niestetal entstehen soll, bleibt nun doch in kommunaler Trägerschaft. Der Kindergarten Am Eichberg – er wurde im November 2013 im Neubaugebiet in Heiligenrode eröffnet – sollte eigentlich der letzte sein, den die Kommune selbst betreibt. Das hatte die Gemeindevertretung im Jahr 2012 beschlossen.

Doch nun die Kehrtwende der Parlamentarier: „Wir wollen uns die Fördermittel aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 - 2020‘ sichern“, erklärte Elke Bublitz (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Bauen, kürzlich in der Gemeindevertretersitzung. Würde ein privatwirtschaftliches Unternehmen den Zuschlag für die Kita-Trägerschaft erhalten, wären die Fördermittel in Höhe von bis zu maximal 640 000 Euro ausgeschlossen. In der neuen viergruppigen Kita sollen bis zu 100 Plätze für Kinder im Alter vom zehnten Lebensmonat bis zum Schuleintritt entstehen.

„Die Kommune bleibt somit erster Ansprechpartner für Eltern“, betont Marcel Brückmann, SPD-Fraktionsvorsitzender, den Vorteil einer kommunalen Trägerschaft. Außerdem wies Brückmann auf den 25-jährigen Bestandsschutz hin, wenn man sich für eine freie Trägerschaft entscheide: „Die Gemeinde muss 25 Jahre lang für die Kita-Plätze zahlen – auch wenn nicht alle belegt sein sollten. Somit zahlt die Kommune möglicherweise Geld drauf.“ Bei einer Kita in kommunaler Trägerschaft bleiben die Bedingungen für alle Erzieher gleich – in Niestetal gibt es bislang sechs.

Wahlmöglichkeiten bieten

Die Niestetaler CDU-Fraktion ist anderer Meinung: „Wir sollten eine Vielfalt an Angeboten schaffen und den Eltern Wahlmöglichkeiten bieten“, sagte Christian Götte. Konkurrenz belebe das Geschäft. Nicht nur die Christdemokraten, sondern auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stimmten gegen den SPD-Antrag, der sich für eine Kita in kommunaler Hand aussprach. „Bei einer freien Trägerschaft könnten pädagogische Konzepte angeboten werden, die anders sind als die in öffentlichen Einrichtungen“, erklärte Luisa Steinbach von den Grünen. Letztlich wurde der SPD-Antrag mit 16 Stimmen mehrheitlich angenommen.

Wo die neue Kita gebaut werden soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar. Die Kommune sucht dafür ein gemeindeeigenes Grundstück, bevorzugt im Ortsteil Sandershausen. Falls keines vorhanden ist, soll ein geeignetes Grundstück gekauft werden. Ob das Container-Provisorium Kita Schwalbennest an der Heiligenröder Straße – eigentlich als temporäre Einrichtung geplant – nach der Fertigstellung des Neubaus bestehen bleibt, wird dann anhand der aktuellen Kinderzahlen entschieden. 

Hintergrund: Bereits sechs kommunale Kitas in Niestetal 

Das „Schwalbennest“ ist die sechste kommunale Kindertagesstätte in Niestetal. Eine Bedarfsermittlung der Kommune hatte Anfang 2017 ergeben, dass weitere Betreuungsplätze dringend benötigt werden. Um den kurzfristigen Bedarf zu decken, wurden an der Niestetaler Mehrzweckhalle Container für eine viergruppige Kita aufgestellt: Das „Schwalbennest“ hat im August vergangenen Jahres eröffnet. Zuvor hatte die Kommune die Umnutzung vorhandener Räume geprüft – unter anderem auch im Rathaus. 

Niestetal hält inzwischen 559 Betreuungsplätze für Kinder vor, im Jahr 2000 waren es noch 310. Die Personalkosten für alle sechs kommunalen Kitas belaufen sich auf knapp drei Millionen Euro pro Jahr. „Wir liegen damit deutlich über dem Personalschlüssel des Kinderförderungsgesetzes. Wir geben im Jahr rund 600 000 Euro mehr für Kinderbetreuung aus, als wir gesetzlich verpflichtet wären“, erklärt Gemeindesprecherin Heike Pflüger. 

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