Preisverleihung ist am Dienstag in Wiesbaden

Niestetaler Schüler nehmen an Video-Wettbewerb teil

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Wollen sich mit ihrem Film für ein besseres Miteinander einsetzen: Kerim Dogru (von links), Linus Schweinsberg und Adrian Maslo von der Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal.

Niestetal. Drei Schüler der Niestetaler Wilhelm-Leuschner-Schule nehmen an einem Film-Wettbewerb teil. Ihr Video dreht sich um das Thema Respekt.

Man hört selten davon, dass sich Schüler freiwillig freitags nach dem Klingeln mit Schulaufgaben beschäftigen. Für Kerim Dogru (13), Linus Schweinsberg (13) und Adrian Maslo (15) ist das selbstverständlich. Innerhalb kürzester Zeit haben die Jungs von der Niestetaler Wilhelm-Leuschner-Schule einen Kurzfilm zum Thema „Respekt im Alltag“ gedreht und waren Kameramänner, Regisseure und Schauspieler. Freitagnachmittags, nach dem Unterricht. Natürlich nicht einfach so – sie nehmen mit ihrem Clip am Filmwettbewerb „Hessen lebt Respekt“ des hessischen Justizministeriums teil.

Wenke Seibert

Am heutigen Dienstag ist die Preisverleihung in Wiesbaden. Am Anfang stand eine spontane Idee. Referendarin Wenke Seibert (31), die gerade die Film- und Video-AG gegründet hatte, schlug ihren acht Schülern in der ersten Doppelstunde vor, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Die Schüler waren sofort Feuer und Flamme. Das Problem: Der Einsendeschluss war nur noch zwei AG-Sitzungen weg. Also, keine Zeit verlieren. „Zuerst haben wir uns überlegt, was Respekt eigentlich bedeutet“, sagt der 13-jährige Linus Schweinsberg aus Niestetal. Beim Film selbst mithelfen durften wegen einer Altersbeschränkung nur die Achtklässler. Die fünf Fünftklässler der AG konnten aber zumindest Themen für den Film finden. Sofort fielen ihnen Respekt in der Schule und in der Familie ein.

Aber am wichtigsten fanden sie das Thema Kommentare im Internet. „Manche machen sich keine Gedanken, wie verletzend ihre Worte im Netz sein können“, sagt Schweinsberg. Darauf wollten die drei hinweisen.

Arbeiten unter Zeitdruck

Jetzt wurde es allerdings eng: Es war Freitag, 29. September. Am selben Tag musste die Bewerbung eingehen, am Samstag war schon Einsendeschluss. Weil sie nicht wussten, ob sie den Film überhaupt zeitlich fertigstellen können, hatten sie sich noch nicht beworben – und im Kasten war auch noch nichts. Also ran: Mit zwei Schul-Reinigungskräften, einem Lehrer und AG-Leiterin Seibert drehten sie der Einfachheit halber per Handy mehrere Szenen zum Thema Respekt (siehe Hintergrund). Kerim Dogru (13) aus Landwehrhagen: „Wir haben die ganze Zeit unter Zeitdruck gearbeitet.“ Schlimm war das allerdings nicht. „Es hat uns allen einfach sehr viel Spaß gemacht“, erzähl Adrian Maslo.

Innerhalb von einer Doppelstunde drehten sie zehn Minuten Material. Jetzt ging’s ans Schneiden und Adrian Maslo kam ganz schön ins Schwitzen. Er legte die Szenen zusammen. Per Whatsapp hielten die drei mit Seibert Kontakt, stimmten ab, ob alles so passt. „Am Freitag um 23.59 Uhr haben wir die Bewerbung und das Video ans Justizministerium geschickt“, erzählt Seibert, „in letzter Minute.“ Stolz fügt sie hinzu: „Es ist bewundernswert, wie spontan sich die Drei reingehängt haben.“

Hintergrund: Wettbewerb vom Justizministerium 

Das Justizministerium betreut in diesem Jahr mehrere Projekte zum Thema „Hessen lebt Respekt“. Der Filmwettbewerb ist eines davon und dient dazu, Schülern eine moderne Plattform zu geben und sich auf kreative Weise zum Thema zu äußern. 42 Beiträge sind beim Justizministerium für den Wettbewerb eingegangen. Davon wurden 15 ausgewählt – darunter auch der Beitrag der drei Schüler der Wilhelm-Leuschner-Schule. Die 15 Beitragsgruppen sind heute in Wiesbaden zur Preisverleihung eingeladen. Alle Platzierungen sind mit Preisgeldern dotiert: Platz eins mit 3000, zwei mit 2000 und drei mit 1000 Euro. Alle anderen Gruppen bekommen 200 Euro für die Klassenkasse. 

Stichwort: Was passiert in dem Film?

Es sind Szenen, wie wir sie alle kennen: Im rund drei Minuten langen Film wird zum Beispiel ein Gespräch zwischen Mutter und Sohn in der heimischen Küche dargestellt. Es geht um die Schulsachen, die kurz vor dem Essen noch den Tisch blockieren. Bittet die Mutter ihren Sohn höflich, seine Hefte und Mappen wegzuräumen? Oder beginnt sie unvermittelt zu schreien? Wie reagiert der Junge? Das lösen die drei Schüler in ihrem Film in mehreren Varianten auf. Auch Alltagssituationen am Arbeitsplatz oder in der Schule werden dargestellt. Sie gehen der Frage nach, wie sich ein respektvolles oder auch ein respektloses Miteinander auswirkt. 

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